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und da im mittelländischen Meere weder Ebbe noch Fluch vorkommt,so wäre das Schiff wahrscheinlich den ganzen Morgen vollkommenunthätig auf der Stelle geblieben, wenn sich nicht von Süden herein leichtes Lüftchen erhoben hätte. Mit diesem Luftzüge nun wardie Fregatte ein paar Meilen westwärts gesteuert, bis sie das Gon-«ernementsgebäude gerade vor sich hatte. Dabei hatte sie sich dem-selben in schiefer Richtung genähert — ein Umstand, der geradedie meiste Besorgnisi erregte.
Mit der Sonne hatte sich auch der Wind erhoben; die Mars-segel des Fremden füllten sich wenige Minuten, bevor der Obristin den obenerwähnten Ausruf ausbrach, und die Fregatte begannmit einer Geschwindigkeit von vier bis fünf Knoten in einer Stundedurch das Wasser heranzuziehen. Sobald die Mannschaft bemerkte,daß sie ihres Schiffes vollkommen Herr waren, änderten sie augen-blicklich den Kurs, als ob sie blos auf diesen Moment gewartethätten und setzten alle Segel bei. Die Ruderpinne steuerbord gewen-det, kam das Schiff scharf in den Wind; sein Gallion schaute geradegegen das Vorgebirge, die Halsen wurden an Bord gehalt und dieleichteren Obersegel losgelassen, so baß sie lustig im Winde flatterten.
Fast in demselben Augenblicke — denn Alles schien am Bordedes Fremden gleichzeitig und fast instinktartig zu geschehen — wurdedie französische Flagge eingehißt; eine andere trat an ihre Stelleund eine Kanone wurde — zum Zeichen der Freundschaft — lee-wärts abgefeuert. Sobald diese zweite Flagge sich in dem Luft-strome ausbreitete, entdeckten die Ferngläser das Weiße Feld und dasSt. Georgskreuz der edlen, alten Nationalflagge von England.
Ein Ausruf der Staunens und-der Freude entschlüpfte denZuschauern auf dem Vorgebirge, als sie ihre Besorgnisse und Zweifelauf eine so dramatische Weise gehoben sahen. Keiner dachte in diesemglücklichen Augenblicke an Raoul, dem übrigens das Ganze — deneinzigen Umstand ausgenommen, daß der Fremvr jetzt offenbar dieAbsicht, in die Bai einzulausen, zeigte — durchaus nichts Neues war.