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Gedanke, daß ein Barbar aus dem Westen, statt seine Schiffskame-raben an ihn zu verkaufen, lieber eine solche Summe ausschlagenwürde, kam ihm nicht entfernt in den Sinn.
Doch der Italiener verstand sich in diesem Punkte schlecht aufden Amerikaner. Zwar war weit und breit kein größerer Spitzbubein seiner Art zu finden, als unser Jthucl; aber auf so unzweideutigeArt eine Bestechung sich bieten zu lassen, verstieß doch gegen alleseine Begriffe von persönlicher Würde, Selbstachtung und republi-kanischer Tugend, und wäre der Lugger jetzt eben nicht in so miß-lichen Umständen gewesen, so hätte er die Sache wohl mit einemMale entschieden und dem Vicestatthalter sein Geld geradezu vor dieFüße geworfen — vielleicht nicht, ohne im nächsten Augenblick ansMittel zu sinnen, wie er es, da er nun doch einmal wußte, wowelches zu finden war — dem Besitzer wieder abjagen könne. Erhatte noch nie ein Geschenk angenommen, wenn es ihm von einem.Höheren in Gestalt einer Geldsumme oder als Preis einer Beste-chung angeboten wurde, und in seinen Augen hätte es den Anscheinvon Erniedrigung und Vcrrath an seiner eigenen Nation gehabt,wenn er hier zum ersten Male unterlegen wäre; dagegen hätteer sich nichts daraus gemacht, vom Morgen bis zum Abend allemöglichen Lügen, Kunstgriffe und Prellereien zu ersinnen, um nureinige Kupfermünze aus seines Nachbars Tasche in die seinige her-über zu locken, so lange es sich dabei nur um Ansichten und Ge-bräuche gehandelt haben würde.
Mit einem Worte, Jthuel war in solchen Dingen, was man ge-wöhnlich gesetzlich-ehrlich nennt, aber nicht ohne allerlei weitumfassendcnVorbehalt für falsche Eide und sonstige Umgehungen des Gesetzes,gegenüber von Zollbeamten, so wie zu Gunsten des Schmuggel-handels, den er — wohl gemerkt in fremden Ländern — unter allenGestalten betrieb, denn zu Haus dachte er nicht im Traume andergleichen. Bekanntlich ist dieß gerade diejenige Klasse von Men-schen, die gewöhnlich gegen jede Spitzbüberei, welche Andere verüben.