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und obwohl er gewöhnt war, den überlegenen Kenntnissen und derausgebreiteten Belesenheit des Vicestatthalters den Vorzug vorseiner eigenen einzuräumen, so hatte er doch bei der gegenwärtigenVeranlassung den Muth, einen Einwurf gegen die Wahrscheinlichkeitdes erwähnten Umstandes vorzubringen.
„Signor Vicestatthalter," erwiederte er, „es ist nicht AllerGold, was glänzt. Schöne Worte verhüllen manchmal armseligeGedanken, und hier haben wir z. B. gleich einen Beweis für das,was ich meine. Ich habe jetzt doch schon eine schöne Zeit in PortoFerrajo verlebt — schon volle fünfzig Jahre, in Betracht, daß ichhier geboren wurde und mein ganzes Leben lang nur viermal vonder Insel abwesend war — so lange ich aber auch schon hier lebe,so habe ich doch noch nie ein Schiff im Hafen gesehen, das Stieseloder selbst nur Schuhe getragen hätte."
„ES ist ja auch nur metaphorisch, guter Vito, und muß vompoetischen Gesichtspunkte aus aufgefaßt werden. So spricht Homervon Göttinnen, welche ihre Lieblingskrieger durch vorgehalteneSchilde deckten, und Ariosto läßt Natten und Esel Gespräche miteinander halten, als ob sie Mitglieder einer Akademie wären. DasAlles sind nur Producle unserer Phantasie, Signore, und wer ammeisten von dieser Gabe besitzt, erfindet auch am leichtesten sol-cherlei Geschichten, die, x>enn auch nicht streng der Wahrheit ge-mäß, doch in hohem Grade belustigend sind."
„Nun, was den Homer und Ariost betrifft, Signor Vicestatt-halter, so möchte ich fast bezweifeln, ob jemals einer von ihnenein Schiff mit Stiefeln gesehen oder ob sie überhaupt von Fahr-zeugen eben so viel verstanden haben, wie wir, die wir hier in PortoFerrajo leben. — Hört Ihr, Freund Filippo! fragt doch gleich ein-mal den Amerikaner, ober je in seinem Lande ein Schiff mit Stiefelngesehen habe? Fragt ihn nur ganz einfach und geradezu und ohneEure verdammte Poeterei."
Filippo that, wie ihm befohlen ward und überließ es Jthuel,