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hat ja doch den heiligen Vater und seine Staaten auf eine Art be-handelt, wie man mit keinem Ungläubigen oder Türken umgehen würde!"
„Ja, ja, so ist'S, Signore," bemerkte Bencdetta; „eine armeFrau kann ja nicht einmal mehr in die Messe gehen, ohne durchden Gedanken an das Unrecht, das dem Haupte der Kirche zugefügtworden ist, in ihrer Andacht gestört zu werden. Wäre dieß Alles vonden Lutheranern ausgegangen, so hätte man es noch eher ertragenkönnen; aber fie sagen doch, die Franzosen seyen früher lauter guteKatholiken gewesen!"
„DaS waren die l,uternni auch, schöne Benedetta, mitsammtdem deutsche» Mönche, ihrem Hauptketzer und Anführer."
Diese Belehrung erregte Erstaunen und selbst der Podest« warfeinen fragenden Blick nach seinem Vorgesetzten, als ob er seineVerwunderung darüber ausdrücken wollte, daß ein Protestant jemalsetwas anders als Protestant — oder vielmehr ein Lutheraner nochsonst etwas als ein Lutheraner— sollte gewesen seyn können; denndas Wort „Protestant" war zn bezeichnend, um überhaupt bei Leuten,welche jeden triftigen Grund zu einer Protcstation von je abläugnen, inGunst stehen zu können. Daß Luther jemals ein römisch-katholischerChrist gewesen seyn sollte, erschien selbst in Vito Viti's Augen alsbaares Wunder.
„Signore, Ihr werdet doch diese ehrlichen Leute in einer soernsten Sache nicht irre leiten wollen!" rief der Podest«.
„Ich spreche bloS die Wahrheit und nächster Tage sollt Ihrdie ganze Geschichte von mir hören, Nachbar Viti. Die Sache istwohl Werth, daß ihr Jeder eine freie Stunde widme und überdießist sie für einen Christen höchst Nützlich und erbaulich. — Wenhabt Ihr denn aber da unten, Benedetta? Ich höre Tritte aufder Treppe und wünsche nicht, gesehen zu werden."
Die Wittwe ging augenblicklich ihren neuen Gästen entgegen,um fie in eines der gewöhnlichen Zimmer im Erdgeschoß zu weisen:diese kamen jedoch ihrer Bewegung zuvor, denn im nächsten Augen-Dcr Irrwisch. 5