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14 (1843) Der Irrwisch oder der Kaper : ein See-Roman
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Seite
56
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Raoul: vielleicht, daß man uns gar behorcht oder beobachtet; fürjetzt ist's nöthig, daß wir uns trennen."

Es folgte nun ein hastiges Zwiegespräch, welches für das jungePaar selbst von größerem Interesse war, als es für den Leser seynwürde und das wir überdieß, auch wenn die Neugierde größere» Theildaran nehmen möchte, schon deßhalb verschweigen müssen, um demGang der Ereignisse nicht unnüthig vorzugreifen; dann trennte sichGhita von Naoul, der auf dem Hügel zurückblieb, da jene mitFestigkeit versicherte, sie kenne die Stadt zu gut, als daß sie irgendGefahr zu fürchten hätte, wenn sie allein durch die engen und steilenStraßen wandelte.

In der That muß es Andöea Barrofaldi's Justizverwaltungzum Ruhme nachgesagt werden, daß selbst Schwachheit, Armuthund Schutzlosigkeit ungefährdet bei Tag und Nacht auf der Inselumherwandeln konnte, denn es kam nur selten vor, daß unter seinenschlichten Untergebenen ein so gefährlicher Feind des Friedens und derRuhe erschien, wie eben in diesem Augenblicke einer aufgetreten war.

In Porto Ferrajo selbst herrschte indessen bei weitem nicht dietiefe Ruhe, wie sie ein Fremder aus der athemlosen Stille, welcheden Ort gefangen hielt, hätte vermuthen können. Tommaso Tontiwar so gut wie der Vicestatthalter ein einflußreicher Mann in seinemWirkungskreise; kaum hatte er sich, wie oben erzählt wurde, vonMto Viti verabschiedet, als er auch sogleich die kleine Schaar vonLootsen und Schiffsbesitzern aufsuchte, welche ans seine Worte wieauf Orakelsprüche zu lauschen gewohnt waren.

Die Gesellschaft dieser Würdigen hatte sich zu ihren abendlichenZusammenkünften das Haus einer Wittfrau, Namens BenedettaGalopo auserwählt; der Weinkranz, der an einem Pfahle über derThüre hing, bezeichnete den Ort genugsam für jeden Uneingeweihten.War es, daß Benedetta das Sprüchwort:guter Wein bedarf keinesKranzes," nicht kannte oder hatte sie nicht so viel Vertrauen zudem Inhalte ihrer Fässer, daß sie ihm allein ihren Ruf überlassen