um Andere zu seinen Ansichten zu bekehren, gehörte eben das, daßer sie mit seiner leichtherzigen Fröhlichkeit — mochte diese nun zuihrem Temperamente passen oder nicht — anzustecken verstand. Sicwußte, daß Naoul einmal zwei Jahre lang in England als Gefan-gener gelebt und dort, wie er oft selbst erzählte, gerade lange genugverweilt hatte, um sich mit der Sprache, wenn nicht gar mit denEinrichtungen, Sitten und der Religion des Landes so ziemlich be-kannt zu machen. Er war endlich mit Hülfe eines Amerikaners,Namens Jthuel Bolt, der Gefangenschaft entronnen; Letzterer, eingepreßter Matrose aus den Freistaaten, war in alle Pläne seines un-ternehmenderen Freundes und LeidenSgenoffen eingegangen und hattesich herzlich gerne der Ausführung seiner künftigen Racheunternch-mungen angeschloffen.
Staaten so gut wie einzelne mächtige Individuen, fühlen sichin der Regel zu stark, um sich jemals durch Betrachtungen überdie Folgen, welche jede Rechtsverletzung nach sich ziehen muß, inihrer Politik aufhalten zu lassen: eine Nation zumal ist nur gar zuleicht geneigt, ihre Macht so sehr zu überschätzen, daß sie jedeweltliche Zinechtweisung verachtet, während sich die moralische Ver-antwortlichkeit unter zu viele Individuen vertheilt, um einen einzel-nen Bürger darüber sonderlich besorgt zu machen. Nichts destowe-niger wird sich die Behauptung immer als wahr erweisen, daßKeiner so niedrig steht, um nicht selbst dem Höchsten gefährlichwerden zn können — und daß sogar die mächtigsten Gemeinwesen fürbegangene Rechtsverletzungen nur selten der wohlverdienten Strafeentgehen. In der That möchte es scheinen, als ob in der ganzenNatur der Grundsatz sestgehalten würde, jeden Menschei; auch in diesemLeben schon die Folgen seiner eigenen bösen Thaten tragen zu lassen,wie wenn Gott von Anfang an der Wahrheit unausbleiblichenSieg, der Falschheit dagegen nie fehlenden Untergang Vorbehaltenhätte, denn der Erfolg des Bösen ist doch immer nur ein zeitlicher,ewig aber der Triumph des Rechts.