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Statthalter befindet fich in seinem Palaste auf dem Hügel und wirdvon mir die Aufmerksamkeit erwarten, daß ich Euch zu ihm bringe,um Euch selbst die Honneurs des Hafens erweisen zu können."
Der Podesta brachte diese Einladung, welche schon an und fürfich durchaus vernünftig und den bestehenden Gebräuchen gemäßwar, mit einer Artigkeit vor, gegen welche der Fremde nichts cin-zuwenden hatte. So verließen sie denn Beide die Wohnung desBürgermeisters und gingen nach dem Palaste des Statthalters —einem Gebäude, das seitdem als die Wohnung eines Kriegers, derzu seiner Zeit fast ganz 'Europa unterjochte, berühmt geworden ist.
Bito Viti war ein kurzes, engbrüstiges Männchen, und brauchteeine ziemliche Zeit, um die treppenähulichen Straßen yinanzusteigen;sein Gefährte dagegen schritt über die Terrassen mit einer Raschheit,einer Leichtigkeit, welche ihn schon an sich selbst als einen jungenManu erscheinen ließen, wenn dieß auch nicht aus seiner Miene undHaltung überhaupt, so viel man in der Dunkelheit davon erkennenkonnte — hervorgegangen wäre.
Andrea Barrofaldi, der Vicestatthalter, gehörte zu einer ganzanderen Gattung von Leuten, als sein Freund, der Bürgermeister.Er besaß freilich nicht viel mehr Lebenserfahrung und Welt-kenntniß, als dieser, war dagegen sehr belesen und hatte mehrerebrauchbare Werke geschrieben, die zwar in Beziehung auf Geist inkeinem großen Rufe standen, dafür aber in ihrer Art recht nützlichwaren und eine tüchtige Gelehrsamkeit verriethen — ein Umstand,dem er überhaupt seine jetzige Stellung verdankte.
ES gehört zu den Seltenheiten, wenn ein bloßer Gelehrterauch für das öffentliche Leben tauglich ist, und doch geben sich fastalle Regierungen den Schein, als ob sie die Wissenschaft beschützten:ganz besonders ist dieß bei solchen der Fall, welche sich im All-gemeinen um Litteratur so wenig bekümmern, daß es wohl einigerVersicherungen von Achtung für dieselbe bedarf, um ihren Cha-rakter nicht darunter leiden zu lassen. Dieß ist der Grund, warum