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» „Major Lincoln?" fragte sie; „Ihr batet ihn doch, mich hier
zu treffen?"
Gränzenloses Erstaunen war in Meriton's Gesicht zu lesen,während er antwortete:
„Gott! Miß AgnuS, Herr Lionel ist ausgegangen! ausgegan-gen in einer solchen Nacht! und was noch wunderbarer ist, er istohne sein Trauerkleid ausgegangen, obgleich eine Todte von seinemeigenen Blut und aus seiner Familie noch unbeerdigt im Hause liegt!"
Agnes behauptete ihre Ruhe und ergriff gern die Gelegenheit,den Diener in dem einmal eingeschlagenen Gedankeugange weiterzu führen, um so auf die Wahrheit zu kommen, ohne ihre eigenenBesorgnisse zu verrathen.
„Woher wißt Ihr, Mr. Meriton, daß Euer Herr in der Ver-geßlichkeit bei seinem Anzug so weit gegangen ist?"
„Sv gewiß, Madame, als ich weiß, daß er heute Abend, alser zum ersten Mal das Haus verließ, seine Paradeuniform trug;damals freilich ließ ich mir wenig davon träumen, daß SeineGnaden sich vermählen wollten! Wenn er nicht abermals in demnämlichen Anzuge ausgegangen, wo soll dieser denn sepn? —Neberdieß, Madame, ist sein letzter Traueranzug eingeschloffen undder Schlüssel dazu ist hier in meiner Tasche,"
„Es ist sonderbar, daß er eine solche Stunde und den Abendseiner Hochzeit gewählt haben sollte, um sich zu entfernen!"
Meriton hatte schon lange gelernt, alle seine Interessen mitdenen seines Herrn zu identificiren und er erröthcte beider indi-rekten Beschuldigung, welche hier, wie er glaubte, nicht nur gegenLionels Höflichkeit, sondern im Allgemeinen gegen sein Gefühlfür Anstand erhoben wurde.
„Ei, Miß Agnus, Sie werden sich gütigst erinnern, Madame,"antwortete er, „daß diese Hochzeit ganz und gar nicht wie eineenglische Hochzeu war — auch kann ich nicht sagen, daß es in