Landcharte zur .Uebersicht auSgcbreitet, worauf seine starre nieder-gesenktcn Blicke emsig zu suchen schienen. Livnel schwankte aber-mals, während er die weißen Locken betrachtete, die über dieSchläfe des Fremden herabfielen, während er sein Haupt auf dieCharte herabbeugte, wodurch die ausdrucksvollen Züge seines Ge-sichts einen wilden, melancholischen Ausdruck erhielten, indem jene,durch das hohe Alter und die fortwährende Sorge, die sie verkün-deten, ihm gleichsam den Schein eines Heiligen mittheilten.
„Ich Lin gekommen, Sie aufzusuchen," sprach der junge Mannendlich, „da Sie mich nicht länger Ihrer Sorge würdig erachten."
„Sie kommen zu spät," erwiederte Ralph, ohne die mindesteBewegung bei dieser plötzlichen Unterbrechung zu verrathen oderselbst nur die Augen von der Charte zu erheben, welche er studirte;„zu spät wenigstens, um Unheil abzuwenden, wenn auch nicht,um Weisheit aus seinen Lehren zu schöpfen."
„Sie wissen also von den geheimen Bewegungen dieser Nacht?"
„Alter, wie meines, schläft selten," entgegnete Ralph, indemer zum ersten Male nach seinem Besuche empvrblickte; „denn dieewige Nacht des Todes verspricht frühzeitige Ruhe. Auch ich dientein meiner Jugend als Lehrling bei einem blutigen Gewerbe."
„Ihre Wachsamkeit und Erfahrung hat also die Anzeichenvon Vorkehrungen unter der Garnison entdeckt? Haben sie auchdas Ziel und die mnthmaßlichen Folgen der Unternehmung anf-gesnnden?"
„Beides; Gage ist schwach genug, zu hoffen, er könne denKeim der Freiheit ausrotten, der schon im Lande erstarkt ist, indemer ihm die schwachen Zweige abschneidet, während seine Wurzel»in den Herzen des Volkes ruhen. Er meint, kühne Gedankenkönnen durch die Zerstörung von Magazinen niedergeschlagen werden."
„So ist es also nur eine Vorsichtsmaaßregel, die er zu treffenbeabsichtigt?"