11L
heraufdri'ngen und, von der Nachtlust getragen, durch die engenStraßen hinzittern, ein Eindruck, der das Herz des aufgeregte» jungenKriegers während seines Weiterschreitens von ernster Lust erbebenmachte. Sein geübtes Ohr entdeckte übrigens keine andere Bedeu-tung in dieser Musik, als die gewöhnlichen Abend-Signale, undals die letzten hinschmelzcnden Akkorde in den Wolken zu ersterbenschienen, fiel eine Stille, ähnlich der tiefen Ruhe der Mitternacht,auf die Stadt herab. Vor den Thoren des Provinzhanscs hielt ereinen Augenblick still und prüfte mit aufmerksamem Blick die Fensterdes Gebäudes, worauf er sich an den Grenadier, der in seinemkurzen Gang inne gehalten hatte, um den neugierigen Fremden zubeobachten — mit den Worten wandte:
„Ihr habt wohl Gesellschaft drinnen, Schildwache, wie dasstrahlende Licht dieser Fenster anzeigt?"
Das Klirren von Lionels Waffen, als er mit der Hand nachdem erleuchteten Gemach hinwies, belehrte den Soldaten, daß ervon einem Vorgesetzten angeredet worden, und er antwortete mitEhrerbietung:
„Es ziemt meines Gleichen nicht, viel von dem wissen zuwollen, was die Oberen thun, Euer Gnaden; aber ich stand vorGeneral Wolfe's Quartier in eben der Nacht, als wir auf dieEbenen von Abram zogen, und ich denke, ein alter Soldat kannsagen, wenn eine Bewegung bevorsteht, ohne an seine Vorgesetztenunbescheidene Fragen zu richten."
„Nach dieser Bemerkung zu urtheilen, hält der General heuteNacht einen Kriegsrath?" sagte Lionel.
„Seit ich hier stehe, ist Niemand hineingegangen, Sir," er-wiederte die Schildwache, „als der Oberstlieutant vom Zehnten,jener große Northumbrische Lord, und der alte Marine-Major; eingroßer Kriegsheld ist der alte Herr, Euer Gnaden, und seltenkommt er um Nichts in das Provinzhaus."
„Gute Nacht denn, alter Kamerad," sagte Lionel und ging