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Bei gegenwärtiger Gelegenheit übernahm der Capitän dieAufsicht über die innere Oekonomie in Lionels Hause mit einemEifer, der nach seinem eigenen Geständniß nicht ganz uneigennützigwar. Nach den Vorschriften des Regiments war er gezwungen,dem Namen nach die Meß ^ zu frequentiren, wo seine Talente undWünsche durch gewisse unumstößliche Bestimmungen und ökonomischeGebräuche eingeengt waren, die nicht leicht überschritten werdenkonnten. Bei Lionel aber bot sich ihm eine schon längst gewünschteGelegenheit, wo er nach seinen eigenen Regeln leben konnte, ohnedaß er die Kosten in Anschlag zu bringen nothig hatte. Wennauch die Armen der Stadt bei ihrem Mangel an Beschäftigungnothwendig durch reiche Beiträge an Geld, Kleidung und Lebens-mitteln unterstützt werden mußten, die selbst aus den entferntestenThcilen der Colonicn zu ihrer Hülfe znsammcnströmten, so fehlte esdoch auf den Märkten noch nicht an allen Lebensbedürfnissen fürAlle, welche die Mittel zum Einkäufen besaßen. Bei solcher Be-schaffenheit der Dinge gab sich Polwarth bald zufrieden, und inden ersten vierzehn Tagen nach Lionels Ankunft war am Rcgiments-tisch schon allgemein bekannt, daß Capitän Polwarth regelmäßigbei seinem alten Freund, Major Lincoln, speise, obwohl derLetztere in Wahrheit mehr als die Hälfte dieser Zeit die Gast-freundschaft der übrigen Stabsofsicicre genoß.
In der Zwischenzeit vernachläßigte Lionel seine Bekannten inder Tremontstraße keineswegs, und machte seine Besuche mit einerTheilnahme und einer Emsigkeit, welche die Schüchternheit beiseinem ersten Eintritt uns kaum hätte erwarten lassen. Bei Mrs.Lechmere freilich machte er nur geringe Fortschritte in der Ver-traulichkeit: denn, jederzeit gleich förmlich und höflich, war siestets in einen Nimbus künstlicher, aber kalter Abgemeffenheit gehüllt,die, hätte er auch den Wunsch dazu gehabt, ihm nur wenig
* So nennen die Engländer den Officierlisch in den Regimentern.
A. d. U.
Lionel Lincoln.
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