Freiwilligen, die überhaupt Uniform trügen, erschienen in Blau undnicht in Scharlach."
„ES ist Sr. Majestät Wille, daß sein siebennndvierzigsteS Re-giment zu Fuß diese heitere Farbe trage," erwiederte lachend derjunge Mann, „ich für meinen Theil wäre vollkommen bereit, siedem Gebrauch der Damen zn überlassen und, könnte es geschehen,eine andere anzunehmen."
„Dieß könnte geschehe», Sir."
„Und wie das?"
„Indem Sie mit ihrer Stelle ans das Kleid verzichteten."
Mrs. Lechmere hatte augenscheinlich ihre Süchte so weit fort-fahren lassen, ohne sie zu unterbrechen, um eine ihrer eigenen Ab-sichten dadurch zu erreichen; als sie aber bemerkte, daß ihr Gastauch nicht eine Spur jener Gereiztheit zeigte, welche die britischenOfficiere oft schwach genug waren zu verrathen, wenn Frauen die Ver-teidigung der Ehre ihres Landes auf sich nahmen — zog sie die Glocke.
„Eine kühne Sprache, Major Lincoln!" bemerkte sie—„eine kühneSprache für eine junge Dame unter zwanzig. Aber Miß Danforth hatdas Privilegium, ihre Gesinnung frei zu äußern, denn einige vonihres Vaters Familie sind leider nur zu tief in die ungesetzlichen Vor-fälle dieser bösen Zeiten verwickelt. Cäcilic übrigens haben wirstrenger bei ihrer Unterthanentreue erhalten."
„Und doch ist selbst Cäcilie dafür bekannt, daß sic den vonbritischen Ofsicieren veranstalteten Festen die Ehre ihrer Gegen-wart versagte," antwortete Agnes in etwas gereiztem Tone.
„Und sollte wohl Cäcilie Dynevor Bälle und Unterhaltungenohne Begleitung eines paffenden Herrn besuchen?" fragte MrS.Lechmere; „oder erwartet man, daß ich in den Siebzigen esnoch unternehmen werde, bei öffentlichen Auftritten die Ehre unsererFamilie zu bewahren? Doch wir halten Major Lincoln mit un-serem eiteln Disputiren ab, die Erfrischungen einzunehmen, nachwelchen er sich sehnen mag. Cato, wir warten Deines Amtes."