24
getreten war, befand er sich in einem weitläufigen, aber wüsten Ge-mach, das nach seinem Aussehen und nach den wenigen schweren,aber werthlosen Kaufmannswaaren, die es enthielt, früher als Vor-rathshaus gedient zu haben schien. Das Licht zog seine Schrittenach einem oon den Thürmen, wo er, der offenen Thüre sich nähernd,die lauten, scharfen Töne einer weiblichen Stimme hörte, die ausrief:
„Wo bist Du gewesen. Du Gottloser, an diesem SamstagAbend! Hinter den Soldaten dreingezogen und die Kriegsschiffe an-geglotzt, mit ihrem, ich darf wohl sagen, unchristlichen Mnsiciren undBankettiren zu dieser Zeit! und Du wußtest, daß ein Schiff in derBai war und daß Madame Lechmere mir befohlen hatte, ihr dieerste Kunde von seiner Ankunft zuzusenden. Hier habe ich auf Dichgewartet seit Sonnenuntergang, um mit der Neuigkeit zur Tremont-straße hinanfzugeheu, und du — bist nirgends zu sehen — undweißt doch so gut, wen sie erwartet!"
„Sey nicht bös aufJob, Mutter, die Grenadiere haben seinenRücken mit Riemen zerhauen, bis das Blut davon stoß! MadameLechmere! ich glaube, Mutter, Madame Lechmere ist plötzlich ver-schwunden; schon seit einer Stunde suche ich ihre Wohnung, dennes ist ein Herr da, der eben landete und der Job brauchte, um ihmden Weg zu zeigen."
„Was meint der einfältige Bursche?" rief seine Mutter.
„Er spricht von mir," sagte der Ofsicier und trat in dasZimmer; „ich, sonst Niemand, bin die Person, welche Mrs. Lechmereerwartet und bin so eben vom Bord des Avon aus Bristol gelandet.Aber Euer Sohn hat mich einen weiten Weg herumgeführt, in derThat; er sprach sogar einmal davon, er wollte die Gräber aufCopps-Hill besuchen."
„Verzeihen sie dem einfältigen, vernunftlosen Kinde, Sir," riefdie Matrone und beäugelte den jungen Ofsicier scharf durch ihreBrille; „er weiß den Weg so gut wie zu seinem Bett, aber er istzu Zeiten starrköpfig. Das wird eine fröhliche Nacht in der Tremvntstraße