III
und beängstigt; sobald ich sie verließ, kam sic, ob-wohl langsam, wieder zu sich.
Dicß war für mich von Allem der bittersteSchmerz. Sie nicht pflegen, nicht trösten, nichtliebkosen dürfen — das hieß mir meine lentc Hoffnungentrissen sehen. Aber der Leichtsinnige, der Welt-mensch weiß wenig von der Tiefe einer wahren Liebe;ich pflegte den ganzen Tag an ihrer Thüre zu lau-schen, und cs war Wollust für mich, ihre Stimmezu erhorchen, oder auch nur zu vernehmen, wiesie sich bewegte, seufzte, oder auch weinte; undjede Nacht, wenn sie von meiner Anwesenheitnichts wissen konnte, pflegte ich neben ihrem Bettmich nicderzulegen; und wenn ich in einen kurzenkrampfhaften Schlummer sank, sah ich sie wiederin meinen raschen, flüchtigen Träumen in all ihrerhingebcndcn Liebe und glänzenden Schönheit, dieeinst mein ganzes Glück und meine Welt ausge-macht hatten.
Eines Tages war ich von meinem Posten anihrer Thüre abgernfen worden. Da holte man micheilig herbei; sic lag in schweren Krämpfen. Ichflog die Treppe hinauf und hielt sie in meinenArmen, bis die Anfälle nachgelassen hatten; dannbrachten wir sie zu Bette; sie stand nie wiederans; aber auf diesem Sterbelager wurden dieWorte sowohl als die Ursache ihres Wahnsinnsklar — das Geheimniß ward enthüllt.
Es war eine stille, athemlose Nacht. Der