Druckschrift 
5 (1836)
Entstehung
Seite
82
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eben nicht sehr für Glanville's Schuldlosigkeit spre-chende, von selbst ans: konnte seine Verwendungfür mich bei Lord Dawton nicht eher ans Politik,als ans Frrundschaft für mich hervorgehen? Konntecs ihm nicht einfallen, wenn er, wie ich vermu-thete, mit meinem Verdacht bekannt war unddessen fürchterliche Gerechtigkeit anerkannte, es seyrathsam für ihn, mein Schweigen zu erkaufen?Solche Gedanken durchkreuzten unter tausend an-dern meine Seele und ließen meine Vermnthun-gen in Ungewißheit und Widerstreit.

Auch ließen meine Betrachtungen die zärtlicheNeigung der Lady Roseville für Glanville nichtunberücksichtigt. Nach der anscheinenden Kälteund Strenge von Glanville's Temperament zuschließen, war dieß Verhältniß ein unschuldiges,wenigstens führte es keine tadelhafte Handlungherbei; auch lag in der Art, wie sie ihrer Anhäng-lichkeit sich eher zu freuen, als dieselbe zu ver-hehlen schien, etwas Unbefangenes, Schuldloses.Zwar war sle durch keine Famiiienbande gefesselt,hatte weder Gemahl noch Kinder, in Beziehungauf welche ihre Liebe ein Verbrechen gewordenwäre. Frei und ungebunden konnte sie, wenn sichihr Herz Glanville ergab, durch den Segen derKirche das Geschenk gesetzlich und dauernd machen.

Ach! wie wenig weiß oft ein Weib, eiuge-schlossen in den engbeschriebenen Kreis ihrer Pflich-ten, von dem unsteten Leben und dem verschieden-