58
Tugenden, „ich habe mich meines Namens niegeschämt; wahrhaftig, ich habe nie Etwas gethan,was mir Unehre brächte. Ich habe mich nie ingemeine Gesellschaft oder liederliche Ausschweifunggestürzt; was ich ans dem Wege meines GewerbSansgeführt habe, geschah in höherer, künstlicherWeise, nicht in der rohen stümperhaften Art andrerAbenteurer. Zudem Hab ich immer Geschmack anschöner Literatur gehabt und gieng einmal als Lehr-ling zu einem Verlagsbnchhändler, nur in der Ab-sicht, die neuen Werke, eh sie heranskämen, zulesen. Kurz, ich habe nie eine Gelegenheit mei-nen Geist zu bilden versäumt, und das Schlimmste,was man gegen mich sagen kann, ist: Daß ichmeinen Katechismus wohl im Gedächtniß behaltenund mir alle erstnnliche Mühe gegeben habe, treu-lich zu lernen und zu arbeiten, meinen Lebens-unterhalt zu gewinnen und meine Schuldigkeit zuthnn, in dem Geschäft des Lebens, wozu der Him-mel mich berufen hat."
„Ich habe oft gehört," erwiederte ich, „daß esauch unter den Dieben Ehre giebt; ich schätzemich glücklich von Euch zn lernen, daß sie auchReligion haben; Eure Taufzeugen mi'rssen aufeinen so fleißigen Pathen stolz seyn."
„Sie sollten es seyn, Sir," versetzte HerrIonson, „denn ihnen gab ich die ersten Probenmeiner Gewandtheit. Die Geschichte ist lang, aber