Druckschrift 
1 (1836)
Entstehung
Seite
117
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Vir Herzogin von G-war «ine Reliqnie vom

Lvcieo rexime, groß und stattlich, trug ihr eignetgrauet Haar orspe, überwölbt von einem bohenHut vom glänzendstea Weiß. Sie war eine derersten Emigranten und war viele Monate bei mei-ner Mutter gewesen, welche sie zu ihren vertraute-sten Freundinnen zählte. Die Herzogin besaß invvllkommuem Maß die besondere Mischung vonPrunksucht und Unwissenheit, die den Leuten vorder Revolution so eigen ist. Sie konnte von derletzten Tragödie mit dem emfatischen Tone detKenners reden, und im selben Athcm, mit MariaAntoinette fragen, warum das arme Volk sc umBrod schreie, da man doch so artige Kuchen, dasStück um zwei Pfennige, kaufen können. ,,UmIhne» einen Begriff von den Irländern zu geben,"sagte sie einmal zu einer lernbegierigen Marqnisln,„denken Sie, diese Leute ziehen die Kartoffelnden Hammelsdraten vor!"

Ihre Soiree» gehörten zu den angenehmstenin Paris; fle vereinigte da Alles, was von Rangnnd Talent bei der Ultra-Parthei zu finden war,denn sie bekannte sich ganz zur Rolle eines weibli-chen MäcenaS; und mochte Einer Mathematikeroder Romanschreiber, Naturforscher oder Dichterseyn, sie hatte für Alle offnes Haus und unterhieltsich mit Jedem gleich fließend und selbstgefällig.

Ein neues Stück war eben gegeben worden,