100
fertigen, zugänglich ist, welche in Wahrheit dieFeinde der Religion und Sittlichkeit sind."
toi," rief Herr von G. (ein kleiner R»-manschreider und großer Rvmanleser,) „wie, Eiewollen uns doch nicht der schönen Literatur ganzberauben? Eie muthen uns doch nicht zu, unsreNovellen cinzuschließen und unsre Theater zu ver-brennen?"
„Gewiß nicht" «rwiederte Vincent, ,,nnd indiesem Punkt weiche ich von gewissen neuen Filoso-fen meines Landes ab, für die ich sonst, dem größ-ten Tbeile nach, die höchste Verehrung hege. Ichmöchte dem Leben keinen Reiz, keinen Genuß ent-ziehen ; aber ich möchte das Gefährliche, das sichin das Schöne einschleicht, bekämpfen; wenn untermeinen Blumen eine Schlange ist. so werde ichmeine Blumen nicht auereuten, sondern die Schlangetödken. Und nun, wer sind die, auf welche Dich-tung und schöne Literatnr einen nachtheiligen Ein-fluß ansübt? Wir haben schon gesehen, nur aufseichte und oberflächliche Menschen. Für Wen da-gegen sind sie Quelle des Nutzens? Für wohl or-ganisirte, der Unterscheidung fähige Gemüthcr. Werzieht aus ihnen Vergnügen? — Jedermann! Wärees also nicht besser, statt, durch Verbannung derPoesie und Fantasie aus nnserm Utopien, einemTbeile Nnyen und Belehrung, und Allen Vergnü-gen zu entziehen, - vielmehr an Besserung derGeister zu arbeiten, welche Schlimmes zu Tage