521
können, blickte er um sich. Aber Alles schlief ruhig und sicher, undnun schritt er auf die schon erwähnte Landschwelle zu. Hier erreichteder Squatter einen Punkt, von wo ans er gleich weit nach Ostenund Westen blicken konnte. Leichte Lämmerwolken umschleierten denMond, der kalt und wässerig glänzte. Doch gab es Momente, woseine ruhigen Strahlen aus klaren, blauen Räumen verschossen,mit ihrem sanften Lichte den Gegenständen ringsum ein mildesAnsehen schenkend.
Zum ersten Male in einem Leben so voll wilder Begeben-heiten empfand Jsmael, daß er einsam dastehe. Die nackten Prai-rien wurden für ihn unbegränzte, traurige Wüsten, und dasRauschen des Windes klang wie die Stimmen der Tobten. Jetztdünkte es ihn auch, der Wind bringe ein Geschrei hervor. Es klangnicht wie ein irdischer Ruf, sondern strich gräßlich durch die obereLuft, von dem hohlen Stöhnen des Windes begleitet. Die Zähnedes Squatters waren zusammen gepreßt, und seine mächtige Handgriff nach der Flinte, als wolle er das Metall wie Papier zu-sammen drücken. Nun noch einmal, und ein neuer Windstoß undein lautes Gewimmer, als wäre es dicht vor seinen Ohren aus-gestoßen. Eine Art Echo brach unwillknhrlich aus seinen Lippenhervor, wie ja die Leute oft bei unnatürlichen Anregungen auf-schreien, und, die Flinte über die Schultern werfend, ging er mitGigantenschritten auf den Felsen los.
Es geschah nicht häufig, daß das Blut in Jsmael's Adern sorasch strömte, wie mehrentheils in denen anderer Menschen, aberjetzt war cs ihm, als wolle es aus allen Poren seines Körpersheraus. Seine thierische Natur war aufgeregt wie nie, seine langschlummernden Kräfte erwachten. Je weiter er vorschritt, um somehr hörte er das Schreien; zuweilen schien es über ihm in denWolken, zu ertönen, zuweilen kam es ihm so nahe, als streife csüber die Erde zu seinen Füßen. Endlich ein lauter Aufschrei, wokeine Täuschung möglich war; die Einbildungskraft konnte zu dem