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4 (1852) Die Prairie : eine Erzählung
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Ellen dagegen bewies sich weit mehr als Weib, und verriethdemnach auch weit mehr weltliche Gefühle. Sie hatte geweint,bis ihre Augen roth angeschwollen waren. Ihre Wangen glühtenvor Aerger, und Kränkung und Nnmuth athmeten im ganzenAusdruck ihres Gesichtes, worin sich aber auch zugleich Furcht undBesorgnis für die Zukunft abspiegelten. Mit einem Worte, dasganze Wesen von Paul'S Braut verrieth, daß wenn glücklichereZeiten kämen und die Treue des Bienenjägers einst ihren Lohnfände, er in ihr eine Lebensgefährtin erhalten würde, die in jederArt für seine leichte, muthwillige Sinnesweise sich eignete.

Es gab indessen noch eine dritte Gestalt in diesem kleinenweiblichen Kreise. Es war dies die jüngste, die allerbegabteste undbis dahin die geliebtcste unter den Frauen des Teton. Ihre Reizehatten mächtig auf die Augen ihres Gatten gewirkt, bis diese ganzunerwartet sich noch weiter öffneten vor der Lieblichkeit einesWeibes unter den Bleichen-Gesichtern. Bon diesem unglücklichenMomente an konnten Anmuth, Zuneigung und Treue der jungenIndianerin ihn nicht länger fesseln. Tachechana's Gestalt und

Wesen, obgleich freilich weniger blendend, als das ihrer Nebenbuh-lerin, war für Eine ihres Stammes frisch und anmuthig. Ihrnußbraunes Auge war so sanft und beweglich wie das der Antilope;ihre Stimme voll Anmuth und munter wie der Gesang des Zaunkönigs,und ihr frohes Gelächter tönte melodisch durch die Wälder. Vor alle»Siourmädchen war Tachechana (die Hindin benannt) die beglücktesteund beneidetste. Ihr Vater war ein ausgezeichneter Krieger gewesen,und ihre Brüder hatten ihre Gebeine bereits ans einem fernen,schrecklichen Kriegszuge znrückgelassen. Zahllos waren die Krieger,welche Geschenke gesandt in die Wohnung ihrer Elter», aber aufkeinen achtete man, bis ein Bote vom großen Mahtoree kam.Freilich war sie schon sein drittes Weib, gewiß aber die begün-stigst- von ihnen allen. Nur zwei kurze Jahre hatte ihre Verbin-dung gedauert, deren Früchte jetzt schlafend zu ihren Füßen lagen,