390
welche von einem der bewährten Rathgeber des Volks in Vorschlaggebracht wurden.
Auch die Häuptlinge selbst unterschieden sich sehr im Aeußern.Man konnte sie in zwei Clafscn theilen; in die, welche ihren Einflußlediglich physischen Ursachen oder ihren Waffenthaten verdankten,und in die, welche mehr ihrer Weisheit als ihrer Dienste im Feldewegen ausgezeichnet waren. Jene waren die zahlreicheren undweit angesehenern; Alle stattlich, groß und von kräftigem GestchtS-ausdruck, welcher häufig durch wirkliche Zeichen bewiesenen Muthesin den tiefen und unvertilgbaren Narben, durch Feindes Handerhalten, noch Ehrfurcht gebietender erschien. Deren, welche ihrenEinfluß geistigen Vorzügen verdankte», waren nur sehr wenige.Man konnte sie an dem schnellen lebhaften Ausdruck der Augen,dem Mißtrauen, das sich in ihren Bewegungen kund that, undzuweilen auch an der Heftigkeit erkennen, mit der sie dann undwann ihre Vorschläge und die plötzlich sie überkommcnden Einfällevortrugen.
In der Mitte des von diesen erwählten Rathgebern gebildetenRinges sah man die hohe Gestalt des rastlosen und doch scheinbarsehr ruhigen Mahtorse. In seiner Person und seinem Charakterfanden sich alle Eigenschaften der Anderen vereinigt wieder. Seingeistiges sowohl als körperliches liebergewicht hatte dazu beige-tragen, sein Ansehen zu begründen. Seine Narben waren so zahl-reich und tief, als die des greisesten Hauptes in seinem Volke;seine Glieder waren in voller Stärke, sein Mnth unübertroffen.Begabt zugleich mit einem seltenen moralischen und physischen Ein-flüsse, konnte er darauf rechnen, daß auch das kühnste Auge in derVersammlung vor seinem drohenden Blicke znrückfuhr. Mnth undSchlauheit hatten zuerst sein llebergewicht begründet, aber fast wares schon durch die Zeit geheiligt. Er verstand es, die Gewalt derVernunft mit der der Stärke so Wohl zu verbinden, daß derTetonhäuptling in einem gebildeten Staate, >po er mehr Raum zur