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so können wir uns ja auch erklären, daß dieser Durst Andere,die sich ihm ergeben haben, zu Handlungen verleiten könne, dienicht ganz so vcrdammlich sind."
„Es mag wohl so sehn. Aber, Jnez, obschon ich hier fürDich mit meinem Leben stehe, und wir Herren des Felsens find,so sind die Hinderniffe, die wir zu bekämpfen haben, und unsereGefahren noch nicht zn Ende, Du mußt Deinen ganzen Muthzu Hülfe rufen, um Dich aus dieser Lage heranszuarbeiten, undes beweise», meine liebste Jnez, daß Du eines Soldaten Weib bist!"
„Ich bin bereit, augenblicklich aufzubrechen. Das Briefchen,welches Du mir durch den Doktor hast zuslellen lasse», erfülltemich mit den besten Hoffnungen; ich habe mich im Voraus zuAllem angeschickt, und war nur des ersten Winks zur Flucht gewärtig!"
„Nun so laß uns den Ort verlassen und zu unfern Freunden eilen."
„Zu unseren Freunden?" unterbrach Jnez, die Augen ringsum das kleine Zelt werfend, und Ellen aufsnchend. „Auch ich habeeine Freundin, die nicht vergessen werden darf, und ihr ganzesLeben mit uns zubringen muß. Wo ist sie? sie ist nicht mehr da!"
Middleton antwortete lächelnd, als er seine Jnez aus demZelt führte: „Sie mag wohl, wie wir, in einer geheimen zärtlichenUnterredung mit Einem, der sie liebt, begriffen sepn."
Hierin ließ aber der junge Mann den Absichten Ellen's, warumsie das Zelt verlassen hatte, nicht Gerechtigkeit widerfahren. Dasjunge Mädchen hatte gleich anfangs so viel Zartsinn und Feinge-fühl, eiuznseheu, daß die Gegenwart eines Dritten bei einer Zu-sammenkunft, wie diese, nichts weniger als nothwendig sey, unddem zufolge hatte sie sich bescheiden in aller Stille zurückgezogen;eine Eigenschaft, welche überhaupt ihrem Geschlechts eigener ist,als dem männlichen. Man konnte sie auf einer vorragendcn Stelledes Felsens sitzen sehen, ganz eingchüllt in ihr Gewand, welchesZüge und Gliedmaßen verdeckte. Hier saß sie seit einer Stunde.Niemand hatte sich ihr genähert, und »ach ihren unruhigen und