233
Meinung nach ist der Mann, der hier allgemein für das Hauptgilt, nur ein Anfänger im Bubenstück. Er zankte sich schrecklichin meiner Gegenwart mit dem Bösewicht, der mich ergriff; nurzuletzt trafen sie unter sich eine Uebcreinkunft, in die ich michfügen mußte, und banden sich sowohl als mich mit schweren Eiden,den Vertrag nie zu brechen. O, Middleton, ich fürchte, ich fürchte,die Ketzer halten ihre Gelübde nicht so streng, als wir, die imSchooße der wahren gläubigen Kirche erzogen sind."
„Jene Schurken, meine Jnez, haben gar keine Religion.Brachen sie den Eid?"
„Das nicht; aber war es nicht schon eine Sünde, den NamenGottes zu mißbrauchen, um einen so gottlosen Bund zu beschwören?"
„Da hast Du Recht, Jnez; dessen sind wir Beide eben soüberzeugt, als es der heilige Vater in Rom sehn kann. Wie habensie aber ihren Eidschwur gehalten? Theile mir den Sinn undInhalt desselben mit."
„Sie machten sich anheischig, mich ungestört und ungckränktzu lassen, mich von dem Anblick ihrer verruchten Gegenwart zubefreien, unter der Bedingung, daß auch ich mich eidlich verbürgte,keinen Versuch zur Flucht zu machen, ja mich, vor einer von mei-nen Gebietern bestimmten Zeit, keinem Menschenauge zu zeigen."
„Und diese Zeit.. .." unterbrach sie der ungeduldige Middle-ton, der seiner Gattin fromme Bedenklichkeiten wohl kannte, „istsie? .... wann ist sie abgelaufen?"
„Sie ist es. Ich mußte bei meinem Schutzheiligen schwören,und that es, und hielt treu den Eid, bis auf den Augenblick, woder Man», den man Jsmacl nennt, den seinen brach, und mitGewalt drohte. Da zeigte ick, mich (die Zeit war abgelaufen)zum ersten Male auf dem Felsen; und ich will hoffen, Pater Ignazselbst würde mich von meine», Gelübde losgesprochen haben, weilmeine Entführer auch ihren Eid gebrochen hatten."
„Hätte er es nicht gethan," murmelte der junge Mann zwischen