des Weges, suchte immer von Neuem und immer vergebens. Sogelaugte er endlich au die Hütte selbst, klopfte, öffnete die Thür,trat ein, fand die alte Amme, stand vor ihr da, sah sich um, sahaber nicht Die, welche , er suchte. Der Bescheid war: sie sey dagewesen, sey aber wieder fort und nach Hause gegangen. Nunüberredete sich Middleton, er müsse sie in der finstern Nacht aufdem Rückwege verfehlt habe», eilte zurück, und erfuhr zu seinernoch größer» Bestürzung, Jnez sey nicht gesehen worden. OhneJemanden seinen Vorsatz mitzutheilen, eilte er wieder mit pochen-dem Herzen dem Baume zu, wo er seiner Braut rührendes Gebetfür sein Heil und seine Bekehrung belauscht hatte. Aber auch hierfand er sie nicht; und jetzt war seine letzte Hoffnung verschwunden.
Ein Paar Stunden hieß ihn ein geheimes Mißtrauen in dieGründe, welche seine Jnez vermocht haben könnten, sich ihm znentziehen, in sein Ausstichen Zurückhaltung und Behutsamkeit legen.Als aber der Tag anbrach, und Jnez weder zu ihrem Vater nochzu ihrem Gatten zurückgckehrt war, konnte dieser nicht länger ansich halten, und machte diese unerklärbare Abwesenheit laut undöffentlich kund. Es wurden sogleich nach allen Seiten Nachfor-schungen angestellt. Sie blieben ohne Erfolg. Niemand hatteJnez gesehen oder von ihr gehört, seitdem sie ihrer Amme Hütteverlassen hatte.
Ein Tag folgte auf den andern. Es liefen keine Nachrichtenein, obschon die Nachsuchungen fleißig und lange fortgesetzt wurden,bis endlich der größte Theil der Verwandten und Freunde desHauses der Meinung waren, alles weitere Forsche» sey vergeblich,und nun die arme Jnez aufgegeben ward.
Ein so außerordentliches Ereigniß konnte aber sobald nichtvergessen werden. Es veranlaßte Nachdenken, Gerüchte, Ausle-gungen und Erdichtungen mancherlei Art. Die Meinung Derer,welchen eigene Geschäfte Zeit ließen, an fremde Begegniffe zudenken, vereinigte sich zu dem ganz einfachen und leicht erklärbaren