210
war der Naturforscher gefolgt, welcher, sobald er den Musketenknallgehört, seiner Sinne nicht mächtig, instinktartig dem Felsen zugeeiltwar, um unter demselben sich vor den Schüssen zu bergen. DerWildsteller allein blieb, wo er anfangs gestanden hatte, ein ruhigerunbeweglicher Beobachter alles dessen, was vorging. So wenig ergesonnen war, an den Feindseligkeiten thätigen Antheil zu nehmen,so weit war er entfernt, einen müßigen Zuschauer abzugeben.Seine Stellung setzte ihn in den Stand, seinen Freunden die Be-wegungen zu melden, welche oben gegen sie gerichtet werden konn-ten, und ihnen gehörige Anleitung zu geben, o b und w i e sie wei-ter vorrücken möchten.
Die Kinder Esther's fanden bald den Muth und die Entschlos-senheit wieder, die sie von der furchtbaren Mutter mit der Milcheingesogen hatte». Im Augenblick, wo sie sich von der GegenwartEllen's und ihrer unbekannte» Gefährtin befreit sahen, richteten sieihre ganze ungetheilte Aufmerksamkeit auf ihre männlichen, weitgefährlicheren Angreifer, welchen cs gelungen war, während derZeit unter den Vorsprüngen der Festung Schutz zu finden und sichfestzusetzen. Die wiederholten Aufforderungen, sich zu ergeben,welche Paul mit einer Stimme erschallen ließ, die seiner Meinungnach bei den jungen Vertheidigerinnen Eindruck machen und Furchterregen sollte, wurden eben so wenig von ihnen beachtet, als derZuruf des Wildstellers und seine Ermahnungen, von einer Gegen-wehr abzustehen, welche einigen von ihnen verderblich werdenkönnte, ohne ihnen die geringste Aussicht auf günssigen Erfolg zuversprechen. Sie ermunterten sich. Eine die Andere, zum muthigenWiderstand, rückten an den Felsstücken, hielten die Steine und dieübrigen Wnrfgeräthe in Bereitschaft, und schoben die Läufe derMusketen mit einem geschäftigen, entschiedenen Wesen und mit einerKaltblütigkeit vor, welche auch in Krieg und Fehden lange geübtenMännern hätte zur Ehre gereichen können.
„Bleibt immer unter dem Felsenrand; drückt Euch längs der