24
Der Wildsteller war, nachdem er cs abgelehnt, die Streu desAuswanderers zu theilen, umhergeschlcndert, und verließ nun lang-sam, ohne ein Wort des Abschieds, den Ruheplatz.
Es war jetzt um die erste Nachtwache, und das bleiche trü-gerische Licht eines Neumondes spielte über den endlosen Wellender Steppe, indem es die Hügel-Ränder.oben mit Hellem Glanzeund die Tiefen dazwischen mit desto dunklerem Schatten färbte.Gewohnt an einsame Austritte wie dieser, schritt der alte Mann,als er die Fremden verlassen, allein über die ungeheure Weite, wieei» kühnes Schiff, das ans dem Hafen läuft, um sich den unend-lichen Gefilden des Oceans anzuvertrancn. Es schien, als bewegeer sich eine Zeit lang weiter, ohne bestimmte Richtung oder wenig-stens ohne bestimmtes Bewußtsevn, wohin ihn seine Füße tragenwürden. Endlich, als er am Fuße einer neuen Landwelle ankam,blieb er stehen, und hier wurde der alte Mann zum erstenmal, seiter die Gesellschaft verlassen, die. solche Fluth von Erinnerungen undBetrachtungen über ihn ausgegossen, nachdenkend über seine gegen-wärtige Lage. Auf seine Flinte sich stützend, verlor er sich wiedermehrere Minuten in tiefe Betrachtungen, während welcher Zeit seinHund sich dicht zu seinen Füßen anschmiegte. Ein tiefes, drohendesGebell weckte ihn zuerst aus seinem Sinnen.
„Was gibt es, mein Hund!" sprach er, auf seine» Gefährtenniederblickend, und mit einem innigen Tone, als richte er seineFrage an ein vernünftiges Wesen, das mit ihm auf einer Stufestehe. „He da, was gibt.es, Hector, was stöberst du auf? Nichts,nichts, mein Hund. Die jungen Hirsche spielen selbst offen vorunseren Augen, ohne sich um zwei solche müde getriebene Hunde,wie du und ich, zu kümmern. Jnstinct haben sie, Hector, und dahaben sie gefunden, wie wenig wir Beide zu fürchten sind; —haben's gefunden!"
Der Hund hob den Kopf auf, und antwortete auf die Worteseines Herrn durch ein langes, klägliches Gewinsel, das noch