366
„Du? Ah, vermuthlich etwas im Interesse meines alten FreundesNatty?"
„Für Natty wird allerdings gesorgt werden; aber wir habennoch andere Freunde außer Lederstrumpf, die unserer Dienste be-dürfen. Hast Du Luisens und ihres Vaters vergessen?"
„Nicht doch; habe ich dem guten Geistlichen nicht eine derbesten Meiereien des Bezirks gegeben? Was Luise «»belangt, somöchte ich sie immer in unserer Nähe haben."
„Wirklich?" erwiederte Elisabeth, ihre Lippeu leicht zusammendrückend. „Aber die arme Luise hat wohl andere Absichten; siewünscht vielleicht, meinem Beispiele zu folgen und zu heirathen."
„Das glaube ich kaum," erwiederte Effingham nach einemkurzen Nachdenken. „Ich wüßte in der That nicht, wer in dieserGegend für sie paffen könnte."
„Vielleicht in dieser Gegend nicht; es gibt aber noch andereOrte und andere Kirchen als die neue Sanct Paulskirche.„
„Kirchen, Elisabeth? Unmöglich kannst Du Herrn Grant zuverlieren wünschen; denn ungeachtet seiner Einfachheit ist er einvortrefflicher Mann: ich werde nie einen zweiten finden^ der nurhalb so viel Achtung vor meiner Rechtgläubigkcit hätte. Willst Dumich etwa von einem Heiligen zu einem gemeinen Sünder herabdemüthigen?"
„ES muß seyn, mein Lieber," entgegnete die Dame mit einemhalb unterdrückten Lächeln, „und solltest Du dabei von einem Engelzu einem gewöhnlichen Menschen herabsinken."
„Aber Du vergißst die Meierei?
„Er kann sie nach dem Beispiele Anderer verpachten. Außer-dem — wäre eS wirklich Dein Wunsch, daß sich ein Geistlicher mitFeldarbeit abgäbe."
„Und wohin sollte er gehen; Du vergissest Luisen."
„Nein, ich vergesse Luisen nicht," versetzte Elisabeth, abermalsihre schönen Lippen zusammen drückend. „Du weißst, Efstngham,