verlegener, als sie sogar sich selbst zugestehen mochte. „Wenn Ihrunsere Gesetze nnd Gebräuche besser kenntet, so würdet Ihr ganzanders von unser» Handlungen nrtheilen. Glaubt nichts Schlimmesvon meinem Vater, Mohegan, denn er ist gerecht nnd gut."
„Der Bruder von Mtguon ist gut und will das Rechte. Ist-Habe es dem jungen Adler gesagt, dasi der Bruder Von MignonGerechtigkeit üben wird."
„Wen nennt Ihr den jungen Adler?" Versetzte Elisabeth, ihrAntlitz von dem Gesichte des Indianers abwendcnd, als sie dieseFrage stellte; „woher kömmt er und worauf gründen sich seine Rechte? "„Hat meine Tochter so lange mit ihm unter einem Dache ge-lebt, um dieß zu fragen?" entgegnete der Indianer behutsam.„Das Alter macht das Blut erstarren, wie die Wintsrfröste diegroße Quelle bedecken; aber die Jugend erhält die Ströme desBluts offen, wie die Sonne zur Zeit der Vlüthen. Der jungeAdler hat Augen; hatte er keine Zunge?"
Die Hindeutung ves alten Kriegers auf die Liebenswürdigkeitdes Jünglings verlor nichts von ihrem Nachdruck durch diese bild-liche Sprache, den» die Jungfrau bedeckte daS brennende Nothihrer Wangen mit den Händen, bis ihre dunklen Angen diese Glutwiederzustrahlen schienen; aber nach einem kurzen Kampfe mit derScham lächelte sie, als sei sie nicht geneigt, seinen Worten eineernste Bedeutung zu unterlegen, und erwiederte scherzend —
„Wenigstens nicht, um mich zur Herrin seiner Geheimnissezu machen. Er ist zu sehr Delaware, um seine innerste» Ge-danken einem Weibe anznvertrauen."
„Tochter, der große Geist machte Deinen Vater mit einerWeißen Haut und mich mit einer rothen, aber in unserer beiderHerze» hat er Blut gegossen: es floß schnell nnd warm, als csjung war, aber jetzt, im Alter, ist es träge und kalt. Giebt esaußer der Haut noch eine Verschiedenheit? Nein. Einst hatte Johnein Weib. Sie war die Mutter von so viel Söhnen" — er hob