Nähe, denn auch ihn hatte der schöne Tag veranlaßt, bas Hansz» verlassen, um der freien Lust zu genießen. Als die Reiter sichentfernt hatten, näherte er sich den jungen Mädchen, welche ebennach der Straße einbogen; und er war eben im Begriff sic anzn-rcden, als Luise Halt machte und hastig sagte:
„Herr Edwards will mit uns sprechen, Elisabeth."
Miß Temple hielt gleichfalls und wandte sich an den Jüngling— zwar höflich, aber mit einer leichten Kälte in ihrem Wesen,welche die Freimüthigkeit, womit er heran getreten war, merklichzügelte.
„Es scheint Ihrem Vater mißfällig zn scvn, daß Sie ohneGeleite in die Berge gehen, Miß Temple. Wenn ich Ihnen meinenSchutz anbicten darf-"
„Hat mein Vater Herrn Edwards anScrsehen, mir das, wasihm mißfällig ist, zn bedeuten?" fiel ihm die Dame ins Wort.
„Gütiger Himmel! Sie verkennen meine Meinung. Ich hättestatt Mißfallen Beunruhigung sagen sollen. Ich bin sein Diener,Fräulein, und folglich auch der Ihrige. Wenn Sie nichts dawiderhaben, so wiederhole ich daher, daß ich meine Angelruthe mit einerVogelflinte vertauschen und, falls Sie das Gebirg besuchen, inihrer Nähe bleiben will."
„Ich bin Ihne» sehr verbunden, Herr Edwards; aber wo keineGefahr ist, bedarf cs auch keines Schutzes. Zum Glücke ist esnicht »öthig, daß man unter diese» freien Bergen im Geleite einerLeibgarde einher wandelte, und sollte cs je der Fall scpn, so ist auchhiefür gesorgt. Komm her, Brave — Brave, mein wackercrBrave!"
Der ungeheuere Bullenbeißer, dessen wir bereits erwähnt, er-schien vor seiner Hütte und gähnte und reckte sich in träger Schläf-rigkeit. Aber als seine Gebieterin abermals rief — „komm, lieberBrave; Du hast vordem Deinem Herrn treue Dienste geleistet; laßeinmal sehen, wie Du Deine Pflicht bei seiner Tochter erfüllst —"so wedelte der Hund mit dem Schwänze, als verstehe er die Worte,Die Ansiedler. 2Z