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Scchsundzwanzigstcs Kapitel
So speich, mein lieber Vater; deine WorteSind mir wie milde Lüste aus dem Westen.
Milman.
Es war ein milder, sanfter Morgen, als Marinaduke undRichard ihre Pferde bestiegen, »m einen Ansstng vorzunehmcn, mitdem sich die Gedanken deö Letzten: schon geraume Zeit fast aus-schließlich beschäftigt hatten. Zn demselben Augenblick erschienenauch Elisabeth und Luise, für einen Spaziergang angekleidet, lnder Halle.
Die Kopfbedeckung der Predigerstochter bestand ans einemniedlichen, kleinen Hut von grüner Seide, unter dem ihre bescheidenenAugen mit der schmachtenden Weichheit, welche ihr ganzes Aeußerecharakteristrte, herporleuchtetcn; aber Miß Temple schritt durch dieweiten Gemächer ihres Vaters mit dem Tritte der Gebieterin,indem sie den Strohhut, welcher die glänzenden, ihre Marmor-stirne üppig umspielenden Locken bedecken sollte, an einem seiner Bänderin der Hand trug.
„Wie? hast Du im Sinn, einen Spaziergang zu machen, Beß?"rief der Richter, einen Augenblick sein Roß zügelnd, um mit väter-licher Freude die weibliche Schönheit und Anmnth seines Kindeszu betrachten. „Vergiß aber nicht, liebe Tochter, daß der Juli;ein heißer Monat ist, und wage Dich nur so weit, daß Du vorMittag wieder zu Hause sehn kannst. Wo ist Dein Sonnenschirm,Mädchen? Es ist um Deine weiße Stirne geschehen, wenn DuDich nicht sorgfältig gegen unsere Sonne und unser» Südwiudverwahrst."
.„Ich werde dann nur um so besser zu meiner Verwandschaftpaffen," erwicderte Miß Temple lächelnd. „Vetter Richard hatein so rosiges Aussehen, daß ihn eine Dame darum beneiden könnte;und so ist dermalen die Achnlichkcit zwischen uns so unbedeutend.