war ihr durchaus unerträglich, und sie hatte sich bereits ein halbDutzend Entwürfe gebildet, wie sic es augreifcn walle, um sichrasch über ihre Stellung im Hause Gewißheit zu verschaffen. Aberso oft sie dem dunkeln, stolzen Auge Elisabeth s begegnete, die,sinnend über die Scencn ihrer Kindheit, die Veränderung ihrerLage und vielleicht auch über die Ergebnisse des Tages, in demZimmer auf und nieder ging, empfand die Haushälterin eine Scheu,die ihr noch kein sterbliches Wesen einzuflößen vermocht hatte, ob-gleich sie sich'S nicht gestehen wollte. Dieß schüchterte sie ein undhielt für eine Weile ihre Zunge in Banden. Endlich entschloß siesich jedoch, das Gespräch einzuleiten, indem sie einen Gegenstandwählte, der geeignet war, die Ranguuterschiede aufzuhebe» undihre eigenen Fähigkeiten in einem vortheilhaften Lichte zu entfalten.
„Der Pfarrer Grant hat uns heute Abend eine prächtigeRede gehalten," begann Remarkable. „Die bischöflichen Geist-lichen sind gemeiniglich gute Redner; dafür schreiben sie aber auchihre Gedanken nieder, was ihnen sehr zu statten kommt. Ichglaube indeß nicht, daß sie eine Predigt aus dem Herzen zu haltenvermöchten, wie die Geistlichen des stehenden Gottesdienstes."
„Und was für ein Glaubensbekenntnis; meint Ihr unter demstehenden Gottesdienst?" fragte Miß Temple mit einiger Ueber-raschuug.
„Je nun, die Presbyterianer, Congregationalen, die Taufge-sinnten und noch viele andere, die bei dem Gebete nicht nieder-knieen." —
„Demnach würdet Ihr also alle, welche die Ueberzeugungmeines Vaters theilen, in die Ordnung des sitzenden Gottesdienstesverweisen?" bemerkte Elisabeth.
„Ich habe diese nie mit einem andern Namen als mit demder sogenannten Quäcker bezeichnen hören," entgegnete Remarkablemit einiger Unruhe. „Ich wäre wohl die letzte, sie anders zubenenne», denn ich habe in meinem Leben nie ein unehrerbietiges