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wendig sie sich gegenseitig scyn würden. Der Richter, welchem dieTochter des Geistlichen gleichfalls fremd war, freute sich sehr,Jemanden zu finden, dessen Geschlecht, Gewohnheiten und Jahreohne Zweifel viel dazu beitragen konnten, seinem Kinde den Aufent-halt in der einsamen Hcimath angenehm zu machen und sie dieTrennung von dem geselligen Leben der Hauptstadt verschmerzenzu lehren, während Elisabeth, die sich durch die holde Anmuthund die Andacht der jugendlichen Beterin mächtig angczogen fühlte,die Verlegenheit der schüchternen Fremden durch die Leichtigkeitihres eigenen Benehmens zu verscheuchen suchte. So waren sie schnellmit einander bekannt, und schon während der zehn Minuten, inwelchen sich die Leute ans der Academie verliefen, wurden zwischenden jungen Mädchen Verabredungen nicht nur für den folgendenTag getroffen, sondern diese würden sich auf den ganzen Winter er-streckt haben, hätte sie nicht dcrGeistliche durch die Worte unterbrochen:
„Gemach, gemach, meine liebe Miß Templc, oder Sie mache»mir mein Mädchen zu zerstreut. Sie vergessen, daß sie meineHaushälterin ist, und daß meine wirtschaftlichen Angelegenheitenunbesorgt bleiben müßten, wenn Luise nur die Hälfte der gütigenEinladungen annehmen wollte, die Sie ihr zn machen so gefällig sind."
„lind warum sollten sie denn nicht überhaupt unbesorgt bleiben,Sir?" fiel Elisabeth ein. „Sie sind Ihrer nur zwei, und meinesVaters Haus hat nicht nur Raum für Sie, sondern wird auchseine Thüre gerne öffnen, um solche Gäste zu empfangen. Ge-sellschaft ist ein Gut, das man in dieser Wildnlß nicht um bloßerFormen willen znrückweiscn muß, und ich habe oft meinen Vatersagen hören, daß Gastfreundlichkeit in den neuen Landen keineTugend sey, da im Gegentheil der Wirth dem Gaste für denBesuch verpflichtet ist."
„Die Art, wie Richter Temple diese Tugend übt, dient zurBekräftigung seines Ausspruchs, aber es steht uns nicht zu, dar-auf hin zu sündigen. Zweifeln Sie indeß nicht daran, daß Sie uns oft