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und der natürlichen und sittlichen Anlagen entwickelt, meine liebenZuhörer," schloß er seinen feierlichen Vortrag, „so kann cs nichtüberraschen, daß Glaubensbekenntnisse von so verschiedenen Rich-tungen aus einer Religion erstehen konnten, die allerdings einegeosfenbarte ist, deren Offenbarungen aber im Laufe der Zeit ver-dunkelt wurden, um so mehr, da ihre Lehrsätze nach der Sitteder Länder, in denen man sie zuerst vortrug, häufig in Parabelnund in eine von Bildern wimmelnde Sprache gekleidet waren. InPunkten, wo die Forscher bei aller Reinheit ihres Herzens zuverschiedenen Ansichten gelangten, muß sich nothwendig auch unter denUngelehrten eine Spaltung Herausstellen. Aber zum Glücke füruns, liebe Brüder, entspringt der Brunnen der göttlichen Liebeaus einer z» reinen Quelle, als daß er in seinem Laufe getrübtwerden könnte. Er gibt Denen, die von seinem Lebenswasser trinken,den Frieden des Gerechten und das ewige Leben; er stießt fortdurch alle Zeiten, und dnrchdringt die ganze Schöpfung. Wennetwas GeheimnißvvlleS in einem solchen Walten liegt, so ist eSdas Geheimniß der Gottheit. Eine umfassende Kenntniß der Natur,der Macht und der Majestät Gottes kann allerdings Uebcrzeugnnggeben, aber dann ist noch von keinem Glauben die Rede. Wennman also von uns verlangt, an Lehrsätze zu glauben, welche mit denFolgerungen menschlicher Weisheit nicht tm Einklänge zu sepnscheinen, so laßt uns nie vergessen, daß wir dabei nur ein Gebotbefolgen, das von der unendlichen Weisheit ergangen ist. Esmuß uns genügen, daß uns ein Fingerzeig gegeben ist, der unsden rechten Weg kennen lehrt, und der den Erdenpilger nach derPforte weist, hinter der sich uns das Licht des ewigen Lebensaufthut. Wenn wir nun diesen Weisungen folgen, so dürfen wirdemüthig hoffen, daß die Nebel, welche die Spitzfindigkeiten dermenschlichen Vernunft geschaffen haben, vor dem geistigen Lichtedes Himmels verfliegen, und daß wir, wenn wir einmal unserePrüfungszeit, unter Beihülfe der göttlichen Gnade, siegreich