rend der Richter, der Geistliche und der Major den zwar weiteren,aber betreteneren Weg durch das Dorf wählten.
Der Mond war ausgegangen, und seine Scheibe goß ihrenLichtstrvin über die dunkeln Umrisse der Fichten, welche das östlicheGebirg krönten. Der Himmel war so klar nnd hell, wie in man-chen andern Gegenden zur Mittagszeit. Die Sterne blinkten inder leuchtenden Atmosphäre, wie das letzte Flimmer» eines er-sterbenden Feuers, und die Strahlen des Mondes, die sich auf derweißen glatten Oberfläche des See's und der Felder brachen, war-fen ein Licht zurück, das durch die fleckenlose Farbe der unermeß-lichen Schnccmaffen, welche die Erde bedeckten, noch erhöht wurde.
Wöhrens der Sleigh sich leicht und stetig durch die Haupt-straße bewegte, beschäftigte sich Elisabeth mit Lesen der Inschriften,die fast über jeder Thüre angebracht waren. Mit jedem Schritte,den die Pferde vorwärts thaten, begegneten ihre Augen nicht nurneuen Gewerben, sondern auch Namen, die ihr fremd waren. So-gar die Häuser schienen verändert. Das eine hatte einen neuenAnbau erhalten, das andere war frisch angestrichen, und ein drittesstand an der Stelle eines bekannten, das eben so schnell von derErde wieder verschwunden war, als man es aufgebaut hatte; aberalle schienen sich ihrer Bewohner entledigt zu haben, denn Män-ner, Weiber und Kinder strömten nach der Stelle, wo ihrer einSchaugericht aus Richard'S und Benjamin'S Kunstküche harrte.
Nachdem unsere Heldin die Gebäude, welche sich allerdings indem Hellen und Weichen Mondlichte ziemlich vorteilhaft auSnahmen,genugsam betrachtet hatte, wandte sie ihre Blicke nach den ver-schiedenen vorbeieilenden Gestalten, ob sie nicht irgend einen Be-kannte» fände. In ihre Mäntel, Capuzen, Neberröckc und Krägengehüllt, schienen sich jedoch alle zu gleichen, nnd Elisabeths Augenspähten um so mehr vergeblich, da die schnell dahingleitenden Per-sonen großeniheils hinter den Schneehaufen, welche man vor denHäusern anfgeschaufelt hatte, um einen Weg zu bahnen, verborgen