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„Freundschaft?" wiederholte Marmaduke. „Der Beschädigung,die ich Euch zufügte, lag keine böse Absicht zu Grunde, jungerMann, und Ihr hättet einen solchen Gedanken nicht von ferne auf-kommen lassen sollen."
„Vergib uns unsere Schulden, wie wir vergeben unfernSchuldiger»," bemerkte Herr Grant; „das sind Worte, die unsder göttliche Meister selbst empfahl, und sic sollte» für seine dcmüthi-gen Jünger stets eine goldene Regel bleiben."
Der Fremde blieb noch einen Augenblick in Gedanken verlorenstehen; dann blickten seine dunkeln Augen etwas wild in der Halleumher, er verbeugte sich tief gegen den Geistlichen und entfernte sichaus dem Saale mit einer Miene, die an kein Zurückhalten denken ließ.
„Sonderbar, daß ein so junger Mensch so unversöhnliche Ge-fühle in seinem Innern birgt," begann Marinabuke, als sich dieThüre hinter dem Fremden schloß; „doch der Schmerz ist noch zuneu, und das Gefühl für die ihm zugefügte Beschädigung zu frisch,um ihn nicht aufgeregter zu lassen, als es bei kälterer Ueber-legung der Fall wäre. Ich zweifle nicht, daß man morgen, wenner wieder herkömmt, eher mit ihm sprechen kann."
Elisabeth, an welche diese Worte gerichtet waren, gab keineAntwort, sondern ging langsam und mit zur Erde gesenkten Blickendie Halle hinauf, während Richard, sobald der Fremde verschwundenwar, laut mit seiner Peitsche knallte und ausrief:
„Duke, ich bewundere Deine Selbstbeherrschung, aber ich fürmeinen Theil hätte wegen des Ziemers das Gesetz in Anspruch ge-nommen, ehe ich ihn dem Kerl hingegeben hätte. Gehören Dirdie Berge nicht eben so gut, als die Thälcr? Sind nicht dieWälder Dein Eigenthum? Welches Recht hat dieser Bursche, oderwelches Recht hat Lederstrumpf, ohne Deine Erlaubniß in DeinenForsten zu schießen? Hörte ich doch von einem Gutsbesitzer inPennsylvanicn, der einen unberufenen Jäger mit eben so wenigUmständen aus seinem Bann fortjagte, als ich etwa den Benjamin