48
er sich sonst ein bischen zu gute that — „Monsieur Le Quaw, ichbitte, lassen Sie mein Bein los; wenn Sie es so fest anfassen, soist es kein Wunder, daß die Pferde zurückgehen."
„Barmherziger Himmel!" rief der Richter; „wir sind Alleverloren."
Elisabeth stieß einen durchdringenden Schrei aus, und derSchwarze, der die Pferde des andern SleighS lenkte, veränderteseine Farbe zu einem schmutzigen Weiß.
In diesem bedenklichen Augenblicke sprang der Jäger, derwährend der gegenseitigen Begrüßungen in stummem Schweigenda gesessen, aus MarmadukeS Schlitten und eilte zu den wider-spenstigen Grauschimmeln. Die Pferde, auf welche Richard nochimmer unbarmherzig und unverständig lospeitschtc, drängten nochimmer zurück und droheten, der Quälerei ein schleuniges undschreckliches Ende zu machen. Der Jüngling versetzte denselbeneinen kräftigen Schlag vor den Kopf, daß sie zur Seite pralltenund wieder in den früher» Weg einbogen. Der Sleigh wurdedadurch zwar seiner gefährlichen Lage entrissen, schlug aber nichtsdesto weniger nm, so daß der Deutsche und der Geistliche ohneviele Umstände, jedoch auch ohne Gefährdung ihrer Knochen, aufdie Landstraße geworfen wurden. Richard beschrieb ein Kreis-segment durch die Luft, von dem die Zügel die Radien bildeten,und langte in einer Entfernung von ungefähr fünfzig Fußen mitin die Höhe gestreckten Beinen aufdemselbcn Schneedamme an, vordem die Pferde gescheut hatten. Da er bei dieser Luftfahrt, wieErtrinkende den Strohhalm, instinktartig die Zügel fest gehaltenhatte, so entsprach er auf eine bewunderungswürdige Weise demZweck eines Ankers. Der Franzose, der sich in dem Schlittensprungfertig gemacht hatte, kam fast in der Stellung der Knaben,wenn sie Laubfrosch spielen, gleichfalls zum Fliegen, und fuhr mitseinem Kopfe in den Schneedamm, wo er liegen blieb und seinedünnen Beine wie eine in einem Kornfelde stehende Vogelscheuche