328
Verachtung ausdrückte; in: nächsten Augenblick aber nahm er dieruhige, lehnende Haltung gegen den Pfosten wieder ein: aber dieseVeränderung der Stellung hatte Duncan vergönnt, einige Blickemit den festen, durchdringenden Augen des Gefangenen — mitUncas zu wechseln.
Athemlvs vor Erstaunen und schwer geängstet über die ge-fährliche Lage des Freundes, wich Heyward diesem Blicke ans,zitternd, das Verderben des Gefangenen — wußte er auch nichtwie — zu beschleunigen. Doch diese Furcht war für den Augen-blick unnütz. Jetzt drängte sich ein Krieger durch die erhitzteMenge, Weiber und Kinder mit ernster Miene bei Seite weisend,nah::: Nneas beim Arm nnd führte ihn gegen die Thüre desVersammlnngshanscs. Alle Häuptlinge nnd die meisten ausge-zeichneten Krieger der Nation folgten, und der ängstliche Heywardfand Mittel, sich unter ihnen mit einzudrängcn, ohne eine ihmselbst gefährliche Aufmerksamkeit zu erregen.
Einige Minuten gingen darüber hin, den Anwesenden nachihrem Rang und Einfluß in den: Stamme Plätze anznweiscn. DieOrdnung war ziemlich dieselbe, wie bei dem früheren Zusammen-treffen: die älteren nnd höheren Häuptlinge nahmen den Vorder-grund des geräumigen Gemaches ein, hell beleuchtet von demblendenden Lichte einer Fackel, indeß die jüngeren, untergeordneterenKrieger im Hintergründe sich sammelten, eine dunkle Masseschwärzlicher Gestalten und scharf ausgeprägter Gesichtszüge.Mitten im Kreise, unmittelbar unter einer Oeffnung, durch welcheein Paar Sterne flimmerten, stand Nneas, ruhig, erhaben, gefaßt.Seine Hoheit nnd Würde verfehlte ihres Eindruckes auf die Siegernicht: ihre Blicke wandten sich oft mit einen: Ausdruck auf ihn,der, die Unbeugsamkeit ihrer Entschlüsse verkündend, dennoch vonBewunderung für den kühnen Muth des Fremdlings zeugte.
Anders das Individuum, welches Duncan vor dem verzweifel-ten Reihenlanf neben seinem Freunde hatte stehen sehen. Statt an