altere deutsche Dichter, 817
gehört, so selbst das Nachksuchen wie die fabelhasteWunderliebe, die Seefahrt, der Seesturm, wie diebrausende Leidenschaft Othellos, die so sebr verspot-tete Todesnot, das Entkleiden unter dem Sterbe-licdchen und dem Windessausen, wie die Art derSünde und Leidenschaft selbst— sein Eintritt, Redeans Nachtlicht in s. w. wäre cS möglich, doch da§in Worte zu fasten, wie das Alles zu Einer Weltder Trauerbegedcnhcit lebendig und innig gehöre —aber cs ist nicht möglich. Kein elendes Farbenge-mahldc lasst steh durch Worte beschreiben oder Her-stellen , und wie die Empfindung Einer lebendigenWelt in allen Sccncn, Umstanden und Zaubereiender Natur. Gehe, mein Leser, was du willt, Learund die Richards, Cäsar und die Heinrichs,selbst Zaubcrstückc und Divertissements , insonderheitRomeo, das süsse Stück der Liebe, auch Romanin jedem Zeitumstande, und Ort und Traum undDichtung — gehe cs durch, versuche Etwas derArt wegzunehmcn, zu tauschen, es gar auf einfranzösisches Bretergcrüste zu stmplificiren — einelebendige Welt mit allem Urkundlichen ihrer Wahr-heit in dies (Nn,sie verwandelt — schöner Tausch!schöne Wandlung! Nimm dieser Pflanze ihrenBoden, Saft und Kraft, und pflanze sic in dieLust: nimm diesem Menschen Ort, Zeit, individuelleBestandheit — du hast ihm Othcm und Seele ge-nommen , und ist ein Bild vom Geschöpf.
Eben da ist also Shakespeare Sopho-kles Bruder, wo er ihm dem Anschein nach so un-ähnlich ist, um im Innern, ganz wie Er, zu ftyn.Da alle Täuschung durch dies Urkundliche, Wahre,