lieber Andrea und Wekhrlin hatte ich vorJahren im deutschen Museum einige Briefe druckenlassen, die mich natürlich auf ältere Dichter zurück-führten. Gewiß werden diese Briefe, der eingcrücktenStellen wegen, vielen Lesern nicht unangenehm seyn:denn ich glaube kein Wort davon, daß die Deut-schen mehr als andere Völker für die Verdienste ihrerVorfahren fühllos seyn sollten. Der Keim alterRechtlichkeit, Biederkeit und Treue ist inihnen ; ob sic gleich in altern und neuern Zeiten durchdas Schaumgold mehrerer Ausländer, eben ihresguten Glaubens wegen, oft verführt und fast im-mer betrogen wurden. Mich dünkt, ich sehe eineZeit kommen, da wir zu unserer Sprache, zu denVerdiensten, Grundsätzen und Endzwecken unsererVäter ernster zurückkehren, mithin auch unser altesGold schätzen lernen. — *)
*) Aus der Borrede zu den zerstreuten Blättern,»ter Lherl.