Druckschrift 
26 (1847) Ravensnest, oder die Rothhäute : eine Erzählung
Entstehung
Seite
641
Einzelbild herunterladen
 

Ich denke, dies war die Wahrheit. Der rothe Mann kann sich inkeine Ecke verbergen, wo das Blaßgesicht ihn nicht finden würde.Der große Geist will es so haben. Es ist sein Wille und derrothe Mann muß sich unterwerfen.

Meine Söhne, die Reise zu der ihr mich auffordert, ist zulang für ein hohes Alter. Ich habe mit den Blaßgesichtern gelebt,bis die eine Hälfte meines Herzens weiß wurde, obschon die andereroth blieb. Die eine Hälfte ist erfüllt mit den Ueberlieferungenmeiner Vater, die andere mit der Weisheit der Fremden. Ichkaun mein Herz nicht in zwei Stücke theilen. Es muß ganz mitEuch gehen oder ganz hier bleiben. Der Körper kann sich vondem Herzen nicht trennen, und beide müssen bleiben, wo sie jetztschon so lange geweilt haben. Ich danke euch, meine Kinder, aberwas ihr wünscht, kann nie geschehen.

Ihr seht einen sehr alten Mann, zugleich aber auch einensehr unstäten Geist. Es gibt rothe Ueberlieferungen und Blaß-gesichts-Ueberliefcrungen. Beide sprechen von dem großen Geiste,aber nur die einen reden von dem Sohne desselben. Eine sanfteStimme hat mir letzter Zeit viel ins Ohr geflüstert von demSohne Gottes. Spricht man zu euch in den Prärien draußen auchin dieser Weise? Ich weiß nicht, was ich davon denken sollich wünsche zu denken, was recht ist; aber es wird nicht leicht, eszu begreifen."

Susquesus hielt jetzt inne und setzte sich mit der Miene einesMannes, der nicht weiß, wie er seine Gefühle ausdrücken soll.Präriefeuer wartete achtungsvoll eine Weile, um ihm Zeit zu lassen,seine Anrede fortzusetzen; als er aber bemerkte, daß der Greis nichtwieder aufstund, erhob er sich selbst und bat ihn um eine weitereErklärung.

Mein Vater hat Weisheit gesprochen," sagte er,und dasOhr seiner Kinder war offen. Aber sie haben noch nicht genuggehört und möchten noch mehr vernehmen. Wenn mein Vater desRavcnSncst. 4 t