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26 (1847) Ravensnest, oder die Rothhäute : eine Erzählung
Entstehung
Seite
480
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Hierüber mögt Ihr selbst urtheilen. Ohne Zweifel kennt Ihrden Zustand, in welchem sich dieser Landestheil befindet, und dieUnruhen, welche wegen Bezahlung der Renten für die Benützungdes Grund und Boden ausgebrochen sind. Was Ihr heute gesehenhabt, ist ein Pröbchen von den Scene», die um uns her ohne Un-terlaß vorgehen."

Obrist," versetzte der Dolmetscher schleppend, nachdem er wieein Jagdhund gegähnt hatte, mir einen der Titel verleihend, welche ander Gränze am beliebtesten sind,ich könnt' nicht eben sagen, daßich den Zustand , der Dinge, wie er hier unten herum ist, gehörigverstünde. Wie's mir vorkommt, ist's weder das Eine noch dasAndere, weder Tomahawk, noch Gesetz. Was beide besagen wol-len, ist mir wohl bekannt, aber diese Halbheit, dieses Zwischendingsetzt mich in Verlegenheit, und ich weiß nicht, wie ichs zurecht le-gen soll. Entweder solltet Ihr das Gesetz haben, oder Ihr solltetkeins haben, und wie's einmal ist, dabei sollte man bleiben."

Ihr wollt damit sagen, dieser Landestheil erscheine Euch we-der als civilisirt, noch als wild er unterwerfe sich keinem Gesetzund gestatte doch nicht die naturgemäße Sclbsthülfe."

So etwas der Art. Als ich die Begleitung dieses Häufleinsvon Rothhäuten übernahm, sagte mir der Agent, ich komme in eineGegend, wo es Friedensrichter gebe und wo sich Niemand, seps nuneine Rothhaut oder ein Blaßgesicht, selbst Recht verschaffen könneoder dürfe. Wir haben uns deshalb Mühe gegeben, dieser Regelnachzuleben, und ich kann bezeugen, daß seit unsrem Uebergang überden Mississippi kein menschliches Wesen erschossen oder skalpirt wor-den ist. Ein derartiges Gesetz war unter uns wohl vonnöthen, dawir von verschiedenen, sich feindlich gegenüberstehenden Stämmenherkommen, und nichts wäre leichter gewesen, als einen Streit unternns selbst auszuhecken, wenn irgend einer aus dem Haufen Luftdazu gehabt hätte. Ich muß übrigens sagen, daß nicht mir ich.