fälligen Zaun den Garten und auf einem Privatweg das Haus zuerreichen. Ich war übrigens nicht wenig erstaunt und einigermaßenauch beunruhigt, als ich, sobald ich aus dem Dickicht auftauchte,einen Mann vor mir stehen sah.
„Wer seyn — wohin gehen — was wollen?" fragte einevon de» ächten Rothhäuten bedeutungsvoll.
Die Person, welche mich anhielt, war eine Schildwache derIndianer, deren Wachsamkeit auch meine behutsame Annäherungnicht entgangen war.
Ich theilte ihm mit, wer ich sey, und sagte ihm, ich sey ge-kommen , um den Dolmetscher Vielzunge aufzusuchen. Mein rotherFreund hatte mich kaum erkannt, als er mir nach indianischer Sittedie Hand zum Drucke hinbot und sich vollkommen zufrieden zugeben schien. Er stellte keine Frage, verrieth keine Neugierde übereinen Besuch zu so ungewohnter Stunde und nahm das Ganze auf,wie man etwa im gewöhnlichen Leben einen Besuch zwischen zwölfund drei Uhr zu betrachten pflegt. So viel konnte er sich wohldenken, daß ich nicht ohne Grund gekommen war; um was es sichübrigens handelte, dies machte ihm keine Sorge. Er begleitetemich nach dem Hause und deutete nach der Stelle, wo der Dol-metscher in einem wohlgeschütteltcn Bund Stroh schnarchte.
Bei der ersten Berührung meines Fingers wachte Vielzungeaus und erhob sich von seinem Lager. So dunkel auch das Zim-mer war, erkannte er mich augenblicklich; er berührte meinen Armzum Zeichen, daß ich ihm folgen solle, und ging in's Freie hin-aus voran. Nachdem wir uns außer Hörweite befanden, blieb erstehen und ging wie ein Mann, der an dergleichen Unterbrechun-gen gewöhnt ist, zur Sache über.
„Etwas los heute Nacht?" fragte der Grenzmann mit derganzen Ruhe eines Menschen, der stets auf Alles gefaßt ist. „Sollich meine Rothhäute aufbieten, oder habt Ihr mir nur eine Mit-theilung zu machen?"