423
«ine alte Gewohnheit des Landes, während die Eleganz und derLuxus in den Privathäusern eine natürliche Folge des Geschmacksvon Frauen ist, welche vermöge des gesellschaftlichen Zustandes,in dem sie leben, - auf das Minimum einer feinen Umgebung undintellektueller Genüsse angewiesen sind. Der Schriftsteller ist übri-gens trotz dieses Irrthums und noch vieler anderer ähnlicher, dieer sich beigehen ließ, ein sehr verständiger Mann und hat ein un-bestreitbares Verdienst, wenn man die Mittel ins Auge saßt, welcheihm bei Erforschung der Wahrheit zu Gebot standen."
„Gleichwohl läßt sich nicht in Abrede ziehen, Mr. Littlepage,"entgegnete der Rektor, der in jedem Sinne des Worts ein Gent-leman war und die Welt — ja ich darf wohl sagen, den bestenTheil derselben kannte, obschon er nebenbei eine bewunderungs-würdige Einfachheit des Charakters bewahrt hatte, „daß wirklichunter uns Veränderungen ganz in der Art stattgefunden haben wieMonsieur de Tocqueville sie angibt."
„Dies ist vollkommen richtig, Sir: aber sie haben auch ander-wärts stattgefunden. Ich kann mich noch Wohl erinnern, daß ichals Knabe in unsrem Lande sechsspännige Kutschen gesehen habeund daß zu jener Zeit fast jeder vermögliche Mann vierspännigfuhr, während heutzutag etwas Aehnliches wunderseltcn vorkömmt.Aber dieselbe Bcmerknng konnte man auch durch die ganze Christen-heit machen; denn in der ersten Zeit meines Aufenthalts auf demeuropäischen Festland waren sechsspännige Equipagen mit Vorreiten:und allem erdenklichen Prunk an,der Tagesordnung, während mauheut zu Tage nicht mehr viel davon sieht. Verbesserte Straßen, dieDampfboote und die Eisenbahnen können dergleichen Veränderungenhervorbringen, ohne daß man de» Grund dazu in der überhand-nehmenden Gewalt der Massen suchen müßte."
„In der That," fiel Patt lachend ein, „wenn die Oeffentlichkeitnach Monsieur de Tocquevilles Maaßstab zu messen wäre, so hättenwir sie in vollkommen hinreichender Eigenschaft zu New-Vvrk.