331
England eine Autorität besitzen, von welcher die Apostel nichtswußten, konnte doch den amerikanische Zweig derselben Kirche nichtvermögen, ein Amt ganz zu beseitigen, das von den Aposteln her-stammte. Neid und Eifersucht lassen übrigens Niemand Zeit, überderartige Dinge nachzudenken, denn für solche Personen ist es einer-seits genug, daß Andere Bischöfe haben, ohne daß sie selbst einAnrecht an ei» derartiges Institut besitzen, wenn sie nicht ihre ge-genwärtige Organisation und ihre Dogmen aufgeben wollen, wäh-rend andererseits die Thatsache zureicht, daß Leute Ländercien besitzenund sich gesellschaftlicher Stellungen erfreuen, die ihnen nicht zugäng-lich sind. Deshalb heißt es dann auch: „ich will mich dir entgegen-stellen und in das Geschrei derjenigen einstimmen, welche umsonst zuFarmen kommen möchten!"
Ich habe mich über diese Punkte mit einiger Ausführlichkeitverbreitet, weil mein und Mr. Warrens Benehmen bei dem vor-erwähnten Anlaß einen unmittelbaren Einfluß auf die Umständeübte, die bald in meiner Erzählung zur Sprache kommen werden.Wahrscheinlich dachte an jenem Morgen die volle Hälfte derjenigen,welche sich in dem Meetinghaus von Littlenest versammelt hatten,als sie aufstand, und dem Gebet nur eine träge Aufmerksamkeitschenkte — an nichts Anderes, als an die skandalöse aristokratischeAufführung des Mr. Warrcn, der „das Meeting verließ, als dieVersammlung eben zu beten anfangen wollte!" Gewiß waren nurWenige zugegen, welche diesen Akt einem Beweggrund christlicherLiebe zuschrieben, und wahrscheinlich konnte sich nicht Einer von denAnwesenden denken, daß die Veranlaßung dazu in einem der rein-sten und edelsten Gefühle bestand. So treibt die Welt ihren Hohn.Es unterliegt keinem Zweifel, daß von Stunde an ein boshafterbitterer Groll gegen den würdigen Rektor erwachte — ein Groll,der noch nicht nachgelassen hat und auch wahrscheinlich in vielenHunderten nicht nachlassen wird, bis einmal die Nähe des Todesdie wahre Beschaffenheit von so vielen ihrer Gefühle aufdeckt.