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26 (1847) Ravensnest, oder die Rothhäute : eine Erzählung
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Und ist es der Jungfrau auch darum zu thun, die Zusehenszu sehen und sie zu überzeugen, daß sie ein sehr gottloses Volkseyen? "

Als das Wägelchen anhielt, war, wie es mir vorkam, Ma-rys Gesicht ein wenig blaß gewesen; aber jetzt goß sich eine hoheScharlachröthe darüber aus. Sie ließ sogar den Kopf ein wenigsinken, und ich bemerkte nun, daß sie einen ängstlichen, bittendenBlick auf ihren Vater warf. Ich kann nicht sagen, ob sie damiteine stumme unwillkürliche Berufung beabsichtigte; so viel aber istgewiß, daß der Vater, ohne auch nur des Blickes gewahr zu wer-den, für seine Tochter das Wort ergriff.

Nein, nein," sagt? er hastig,das liebe Mädchen thut allenihren Gefühlen, mit Ausnahme eines einzigen, Gewalt an, indemsie es wagt, einen solchen Platz zu besuchen. Ihre kindliche Liebeist stärker geworden, als ihre Befürchtungen, und als sie fand, daßich mich nicht abhalten ließ, so konnte keine Verstellung von meinerSeite sie bewegen, zu Hause zu bleiben. Gebe Gott, daß sie esnicht bereue!"

Das Roth wich noch immer nicht von Marys Gesichte; aberder Ausdruck desselben verklärte sich, als sie fand, daß ihre wahrenBeweggründe Anerkennung fanden, und sie lächelte sogar, obschonihre Lippen schwiegen. Meine eigenen Gefühle erlitten jetzt eineabermalige plötzliche Umwandlung. Also nicht der Mangel au je-nen Angewöhnungen und Neigungen, welche allein die Jungfraueinem Mann von Gefühl anziehend machen können, sondern einhohes moralisches Gefühl und der Drang der kindlichen Liebe hat-ten sie bewogen, sich selbst zu überwinden und dem, was sie fürihre Pflicht hielt, ein schweres Opfer zu bringe». Allerdings wares nicht sonderlich wahrscheinlich, daß sich an jenem Tage etwaszutragen konnte, was Mary Warrens Anwesenheit auch nur immindesten nöthig oder nützlich machte; aber ihre kindliche Anhäng-lichkeit machte einen sehr lieblichen Eindruck auf mich, und ich freute