Druckschrift 
26 (1847) Ravensnest, oder die Rothhäute : eine Erzählung
Entstehung
Seite
270
Einzelbild herunterladen
 

270

die Religion und kommen wir zu der Hauptsache, von der Ihr ge-sprochen habt."

Gut also, zur Hauptsache. Ihr seyd ein Deutscher und könntdie Aristokraten nicht leiden; deshalb will ich Vertrauen in Euchsetzen. Dies aber sage ich Euch, wenn Ihr mich verrathet, so habtIhr in dieser oder in irgend einem andern Lande am längsten Musikgemacht! Jst's Euch etwa darum zu thun, ein Jnschen zu werden,so trefft Ihr morgen auf eine so gute Gelegenheit, wie sie nur jeirgend Einem in den Weg kömmt."

Ein Jnschen? Welchen Vortheil hätte ich davon, wenn ichein Jnschen werden wollte? Ich habe geglaubt, es sey in Amerikabesser, ein weißer Mann zu seyn."

Oh, ich rede nur von einem Antirenten-Jnschen. Wir habendie Sachen jetzt so nett eingerichtet, daß man ohne allen Anstrichein Jnschen seyn kann; man braucht sich nicht mehr zu waschen und zufegen, sondern kann jeden Augenblick in zwei Minuten sich wieder in dievorige Person umwandeln. Der Lohn ist gut und die Arbeit leicht;dann kommen auch recht hübsche Gelegenheiten in den Kramlädenund auf den Farmen herum. Unser Gesetz lautet, ein Jnschen müssehaben, was er braucht, und da hilft keine Widerrede; auch tragen, wir Sorge dafür, daß das Bedürfniß groß genug ist. Wenn Ihrdem Meeting anwohnen wollt, so will ich Euch sagen, wie Ihr micherkennen könnt."

Ja, ja, dies ist gut; ich werde mich zuverlässig bei demMeeting einfinden. Wo wird es abgehalten?"

Im Dorf drunten. Diesen Nachmittag kam das Aufge-bot, und wir werden um zehn Uhr allesammt auf dem Platz seyn."

Wird's wohl zu einem Gefecht kommen, daß Ihr Euch sopünktlich und mit so viel Eifer einzustellen gedenkt?"

Gefecht? O Himmel, nein. Ich möchte doch wissen, gegenwen's zu einem Gefecht kommen sollte? Wir miteinander sind einhübsches Häuflein gegen die Littlepages, und von diesen ist Niemand