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26 (1847) Ravensnest, oder die Rothhäute : eine Erzählung
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Bruder" ihreneinzigen Bruder" ihrenlieben, theurenHugh", und was dergleichen Liebesworte mehr waren, bis sie zu-letzt sich und mich in einen solchen Zustand von Aufregung versetzthatte, daß wir Beide neben einander Platz nahmen und laut zuweinen begannen. Vielleicht war eine derartige Entladung nöthig,um unsern gepreßten Herzen Luft zu machen, und wir thaten ihrdeshalb klüglicherwcise keinen Einhalt.

Meine Schwester weinte natürlich am längste» ; aber sobaldsie ihre Augen getrocknet hatte, setzte sie mir die Perücke wiederauf nnd brachte mit zitternden Händen meine Verkleidung wiederin den frühern Stand, während dieses ganzen Vorgangs stets be-fürchtend, daß Jemand eintreten und mich erkennen könnte.

Es war sehr unklug von Dir Hugh, daß Du überhaupthiehergekommen bist," sagte sie, während sie- so beschäftigt war.Du kannst Dir keine Vorstellung bilden von dem unglückseligen Zu-stand des Landes und weißt nicht, wie weit sich das Gift des An-tirentismus und die Bosheit, welche demselben zu Grunde liegt,verbreitet haben. Der lieben Großmutter haben sie viele garstigeWiderwärtigkeiten bereitet, und Du würdest kaum mit dem Lebendavon kommen."

Land und Leute müssen sich demnach im Laufe von fünf Jahrenseltsam geändert haben; denn der Bevölkerung unsers New-Dorkshat man bisher nicht nachsagen können, daß sie auch nur entferntmenchelmörderische Gesinnungen hege. Das Theerfaß und die Fe-dern sind allerdings seit nnfürdenklichen Zeiten die Waffen der Gal-genstricke nnd der kleinen Tyrannen gewesen, aber von dem Messerhabe ich nie etwas gehört."

Und kann etwas früher oder nachdrücklicher den Charaktereines Volkes ändern, als die Gier nach dem Eigenthum Anderer?Ist nicht die ,Habsucht die Wurzel allen Nebels' und welchesRecht haben wir, die Bevölkerung von Ravensnest für besser zuhalten, als eine andere, wenn einmal dieses schmutzige Gefühl in