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stehen nunmehr vor einem Spiegel, der sie in allen ihren Verhältnissenwieder gibt und in den auch das blödeste Auge nur einen Blick zuWerfen braucht, um sie von Kops bis zu den Füßen zu übersehen.
Meine Großmutter trat jetzt ein und Johns Redseligkeit wurdeunterbrochen. Sie ertheilte ihm einen Auftrag, um ihn aus deinZimmer zu entfernen, und nun erfuhr ich den Zweck ihres Besuchs.Meine Schwester war mit in das Geheimniß unsrer Verkleidunggezogen worden und brannte vor Verlangen, mich zu umarmen.Meine liebe Großmutter hatte die Sache bei sich erwogen undwar zu dem vollkommen richtigen Schluß gelangt, daß es im höch-sten Grade lieblos seyn würde, wenn man Patt über unsere An-wesenheit im Ungewissen lassen wollte, und sobald einmal die That-sache enthüllt war, so machte die Natur ihre Sehnsucht geltend,die natürlich befriedigt werden mußte. Hatte ich mich doch selbstauch diesen Morgen wohl zwanzig mal versucht gefühlt, Patt anmeine Brust zu drücken und sie zu küssen, wie ich so oft zu thun Pflegte,als mir der Bart zu sprossen begann und sie kindisch sich darüberbeschwerte. Es mußte daher jetzt eine Einleitung getroffen werden,wie eine Begegnung unter uns stattfinden konnte, ohne daß derArgwohn anderer Personen geweckt wurde. Meipe Großmutterhatte hiefür schon ihre Anstalten getroffen und theilte uns jetztdieselben mit.
Neben Martha's Schlafgcmach befand sich ein kleines Anklei-dezimmer, in welchem die Zusammenkunft stattfinden sollte.
„Sie ist jetzt mit Mary Warren dort und erwartet Dein Er-scheinen, Hugh'-"
„Mary Warren?" entgegnetc ich. „Weiß sie also gleichfalls,wer ich bin?"
„Nicht im Geringsten. Sie hat keinen andern Gedanken, alsdaß Du ein junger Deutscher von guter Herkunft und Erziehungseyest, der durch politische Zerwürfnisse aus seinem Vaterland ver-trieben wurde und durch seine Lage genöthigt ist, aus seinem mu-