237
Theils nie zufrieden, sondern wird früher oder später auch das Ganzean sich zu bringen suchen. Man könnte eben so gut von dem Ta-schendieb, welcher einen Dollar stahl, erwarten, er werde die Hälftewieder herausgeben. Uebrigens muß ich sagen, daß mir das Aus-sehen des Platzes recht gut gefällt."
„Um so bester für uns. Indeß muß ich, wenn ich mein Ur-theil und meinen Geschmack zu Rath ziehe, sagen, daß Mary War-nen einen günstigeren Eindruck auf mich gemacht hat, als Alles,was ich letzter Zeit in Amerika zu Gesicht bekam."
Ein abermaliges „hum" bekundete die Unzufriedenheit meinesOnkels — denn die Bezeichnung wäre zu stark, wenn ich Mißver-gnügen sagen wollte. Er griff aufs Neue nach seiner Gabel.
„Du hast in der That trefflichen Rheinwein in Deinem Kel-ler, Hngh," nahm Onkel Ro wieder auf, nachdem er eines der be-kannten grünen Gläser geleert hatte. Beiläufig muß ich hier be-merken, daß ich nie begreifen konnte, warum man den Wein ausGrün trinken mag, da er sich doch in Krystallgläsern weit besterausnimmt. „Er muß von dem Vorrath seyn, den ich während mei-nes letzten Besuchs in Deutschland für meine Mutter kaufte."
„Möge er Euch immerhin wohl bekommen, Sir; aber so vielbleibt gewiß, daß er der Schönheit Marthas und ihrer Freundinweder etwas zulegt noch benimmt."
„Da Du einmal auf solche kindische Anspielungen erpicht bist,so sey auch offen gegen mich und sage mir unverhvlen, wie Dirmeine Mündel gefallen."
„Ihr meint natürlich Eure Mündel mit Ausschluß meinerSchwester? Ich will so aufrichtig, als nur immer möglich seynund Euch sagen, daß mir in Beziehung auf Miß Marston durch-aus keine Ansicht zusteht. Was aber Miß Coldbrooke betrifft, soist sie, was man in Europa ein elegantes' Frauenzimmer nen-* nen würde."
„Von ihrem Geist kannst Du natürlich nichts sagen, Hngh,