„Was geht denn in diesem Lande vor? In Europa hörte ich,Amerika sey ein freies Land und gestehe Jedermann seine Rechte zu;aber seit ich hier bin, habe ich von nichts als Patronen, Adelichen,Pächtern und Aristokraten reden hören — lauter schlimme Dinge,von denen ich meinte, ich habe sie in der alten Welt zurückgelassen."
„Mein guter Freund, die Sache ist einfach die, daß derjenige,welcher nur wenig hat, neidisch auf den ist, welcher viel besitzt,und so liegt man sich jetzt in den Haaren, um zu sehen, wer durchGewalt am weitesten reicht. Auf der einen Seite sind Recht, Gesetzund feierliche Verträge, auf der andern Tausende von — nichtDollars, sondern Menschen, Tausende von Stimmgebern — ver-steht Ihr dies?"
„Ja, ja, ich verstehe; es ist leicht genug. Aber warum sprichtman denn so viel von Adelichen und Aristokraten? Gibt's denn inAmerika wirklich noch einen Adel und Aristokratie?"
„Weiß nicht, denn ich verstehe mich nicht viel auf dergleichenDinge, 's ist allerdings ein Unterschied unter den Leuten und einUnterschied imVermögen, in der Erziehung und in dergleichen Dingen."
„Dann begünstigt vielleicht auch in Amerika das Gesetz dieReichen auf Kosten des Armen? Eure Aristokraten sind vielleichtLeute, welche keine Steuer zahlen, alle Aemter an sich reißen unddie Staatsgelder einziehen möchten? Sie sind wahrscheinlich inallen Stücken vor dem Gesetze besser daran, als die, welche keineAristokraten sind? Jst's nicht so?"
Miller lachte laut heraus und schüttelte den Kopf bei dieserFrage, ohne sich übrigens in seiner Musterung des Hausirerkramsstören zu lassen.
„Nein, nein, mein Freund, solche Dinge haben wir Gott Lobnicht in diesem Theil der Welt. Vornweg kommen die Reichen nursehr wenig zu Aemtern, denn für einen, der eine Stelle sucht, istsein Hauptempfehlungsgrund, daß er arm ist und sie braucht.Bei uns fragt man nicht sonderlich darnach, wer dem Amt wohl